Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 8 (1881)
- Issue
- 1 (1881)
- Date
- 1881-01-01
- Page
- Seite 119 (sequence 122)
- Language
- German
- Belongs to
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Jlccenfion. הכתב והקבלה Schrift und Tradition, hebräischer Commentar zum Pentateuch von Jacob Zebi Meklenburg weil. Rabbiner in Königsberg i. P. 4. Aufl. mit Zusätzen aus dem literarischen Nachlasse des Verfassers. Frankfurt a. M. 1880. (I. Kauffmann). Der Commentar des Rabbiners Meklenburg s. A., der zum ersten Male 1839 zu Leipzig erschien, hatte es sich zur Aufgabe gestellt, die Widersprüche zwischen dem einfachen Wortsinne (פשט) der Schrift und der Tradition auszugleichen. Die früheren jüdischen traditionsgläubigen Ausleger stellten zumeist einen Widerspruch zwischen der Erklärung der Traditionsquellen (ללש) und dem graininatischen Sinne der Schrift als zweifellos hin, und suchten denselben nur dadurch zu erklären, daß sie annahmen, die Deutun gen der Weisen der Tradition seien keine eigentliche Auslegung der Schrift, sondern es werden bloß die überlieferten Lehren an einen passenden Schriftvers angelehnt (אסמכתא), theils um sie vor Vergessenheit zu bewahren, theils um deren Beobachtung mit größerem Nachdrucke einzuschärfen. Nur Wenige haben es versucht, den Grund der traditionellen Lehren in den Worten der Schrift zu finden, wie z. B. unter den Aelteren Nachmanides (Ramban) und unter den Neueren Wessely (hebr. Commentar zu Levit. beigedruckt der Pentateuch-Uebersetzung von Mendelssohn). Meklenburg war der Erste, der dies durchgreifend im ganzen Pentateuch versuchte. Seine Erklärungen sind oft zutreffend, überall aber vielfach anregend und belehrend, und selbst da, wo der grammatische Exeget dieselben nicht acceptiren mag, wird er dennoch zugeben können, daß die Weisen der Tradition dieser Erklärung folgten. Jedenfalls kann vorliegender Commentar als eine reiche Fundgrube zur Kenntniß der traditionellen Auslegung und ihrer Begründung bezeichnet werden, zumal da an vielen Stellen ausführliche Abhandlungen über talmudische Themata gegeben werden, deren reiches Material jedem Forscher nur willkommen sein kann-