Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 8 (1881)
- Issue
- 1 (1881)
- Date
- 1881-01-01
- Page
- Seite 109 (sequence 112)
- Language
- German
- Belongs to
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Eine seltene Privat-Bibliothek. 1VS Halberstam ist in Krakau am 22. Adar 5592 geboren, wo sein (vor 3 Jahren verstorbener) Vater R. Jizchak, aus altberühmtem Geschlechts, als hervorragender Talmudgelehrter lebte. Dieser hielt den Sohn schon frühzeitig zum eifrigen Studium des ganzen jüdischen Schriftthums an und Letzterer ließ bereits damals die seltene Liebe ahnen, welche ihn für das Wissen — und daher allch für die Bücher — beseelte. Jedes neue Buch, das ihm zu Händen kam, legte er nicht früher fort, bis er sich seinen Inhalt ganz oder theilweise zum geistigen Eigenthum gemacht hatte. In einer Krankheit, in die einst der zarte Knabe verfiel, konnte man ihn durch nichts Anderes, als durch ein neues Buch, das man ihm jedes Mal geben mußte, bewegen, die verordnet« Arznei zu nehmen. Dies erklärt uns die Bibliophilie Halberstams, die mit den zunehmenden Jahren und dem erweiterten Kreis seiner Studien ihn eine Bibliothek begründen ließ, für welche heute, was Handschriften betrifft, nur noch die Sammlung des Barons Günzburg in Paris in Vergleich zu bringen wäre. Halberstam will aber die reichhaltige Sammlung, die er vor 20 Jahren begonnen und seither durch zahlreiche Ankäufe, besonders aus der von Luzzatto hinterlassenen Bibliothek, zu vermehren stets bedacht war, für die Wissenschaft nutzbar niachen. Wenn die Arbeiten Anderer durch Mittheilungen aus seinen Handschriften oder durch direkte Benutzung derselben gefördert werden, so mehrt es die Freude, die er über seinen Besitz empfindet. Es entsprach daher ganz seinen eigenen Wünschen, als ich vor einiger Zeit ihm den Vorschlag machte, durch ein einfaches Verzeichniß seiner Handschriften, im Magazin mitgetheilt, eine nähere Kenntniß von denselben zu geben, damit den verschiedenen Gelehrten bei ihren speziellen Studien oft Gelegenheit geboten werde, für diese oder jene Materie die in seinem Besitze befindlichen handschriftlichen Quellen zu Rathe zu ziehen. Bei der bekannten Liberalität Hatberstams hat ein Jeder, der sich hierin an ihn wendet, auf bereitwilliges Entgegenkommen zu rechnen. Mit Rücksicht auf den Raum wird allerdings eine vollständige Beschreibung der auf circa 400 sich belaufenden Handschriften nicht erwartet werden können. Für den bereits angegebenen Zweck wird es genügen müssen, wenn der Inhalt einer jeden Handschrift 8