Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 8 (1881)
- Issue
- 1 (1881)
- Date
- 1881-01-01
- Page
- Seite 89 (sequence 92)
- Language
- German
- Belongs to
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Saadm'S Einleitung znm Psalmenkommentar 89 redet, bald als ob ein Herr zu seinem Diener redet. Bald scheinen die Angeredeten, auf deren Heil eingewirkt werden soll, zugegen, bald abwesend zu sein. Es werden auch Beispiele und Gleichnisse vorgebracht und Thatsachen erzählt. Die Menschen bedienen sich dieser zehn und anderer ihnen ähnlichen Ausdrucksweisen, weil sie dieselben zur Erreichung ihrer Zwecke für angemessen erachten. Es ist dies alles so klar und deutlich, daß es mir unnöthig erscheint, Beispiele dafür ans der Umgangssprache der Menschen anzuführen. Aus demselben Grunde erübrigt sich die Beifügung von Beispielen aus den übrigen Büchern der heiligen Schrift, vielmehr genügt es, das Gesagte aus diesem Buche nachzuweisen, das wir mit Berücksichtigung dieser verschiedenen Redeweisen zu erklären gedenken. So will ich denn erläutern, in welcher Weise in diesem Buche zum Heil und Wohlergehen der Menschen, um ihn zum Gottesgehorsam anzuleiten, jene zehn Ausdrucksweisen zur Anwendung kommen. Eine Aufforderung zur Frömmigkeit findet sich z. B. in folgenden Versen: ״Liebet den Ewigen, ihr als seine Frommen" (31, 24); ״Vertrauet ihm zu jeglicher Zeit, ihr Menschen" (62, 9); ״Opfert Opfer der Gerechtigkeit und vertrauet auf den Ewigen" (4, 6); eine Abmahnung von Gottlosigkeit z. B. in den Versen: ״Vertrauet nicht auf erpreßtes Gut und werdet am Geraubten nicht bethört (62, 11); ״Härtet nicht euer Herz tvie zu Meribah" (95, 8); Von den Eigenschaften und der Handlungsweise der Frommen wird z. V. erzählt in den Versen: ״Da glaubten sie an seine Worte und sangen seinen Ruhm" (106, 12); ״Er leitete sie in der Einfalt seines Herzens (s. 78, 72); von den Gottlosen in den Versen: ״Da mich versuchten eure Väter, mich prüften, obschon sie sahen mein Werk" (95, 9); ״Und sie erzürnten mich an den Haderwassern" (106, 32).' Eine Anrede der Menschen an Gott finden wir z. B. in den Stellen: ״Sei mir gnädig, Gott, nach Deiner Huld u. s. w." (51, 3); ״Ich preise Dich, o Ewiger, mit ganzem Herzen" (111, 1), und umgekehrt einen Zuruf Gottes an den Menschen, wie z. B.: ״Denn wenn er nach mir begehrt, so befreie ich ihn" (91, 14); ״Er ruft mich an und ich erhöre ihn" 11. s. w. (das. 15). Gleichnisse mit Bezug auf das Wohlergehen der Frommen werden z. B. angeführt in dem Verse: ״Der Gerechte, der Palme gleich blüht er, wie die Ceder des Li-