Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 8 (1881)
- Issue
- 1 (1881)
- Date
- 1881-01-01
- Page
- Seite 88 (sequence 91)
- Language
- German
- Belongs to
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88 Cohn dieses Buches Licht verbreite» können, wie sie auf einander folgen, und wie der eine mit dem andern zusammenhängt. Wollte ich ein Gleiches bei jedem Psalm thun, so würde das Buch zu umfangreich werden. Es kann indeß das eben Gesagte als ein Schlüssel, als eine sichere Anleitung dienen, so daß der Leser ineines Buches bei reiflichem Nachdenken mit Leichtigkeit darauf kommen kann, wie sich der Zusammenhang der übrigen Psalmen, insoweit dies möglich ist, Herstellen läßt, ohne daß solcher Zusammenhang durchaus nothwendig ist. Die Annahme eines Zusammenhanges der einzelnen Psalmen nach Sinn und Inhalt entspricht nicht den oben erwähnten drei Principien der Anordnung?) Nunmehr beginnen wir die versprochene Erklärung. Von Gott aber kommt die Hülfe." Ich lasse nunmehr die Uebersetzung der zweiten kürzern Einleitung Saadia's folgen, welche in der Handschrift dem eigentlichen Psalmenkommentar unmittelbar vorangeht. ״Dies ist die Psalmenerklärung des Rabbi Saadia ben Josef, die Barmherzigkeit Gottes werde ihm zu Theil! Gelobt sei der Ewige, der Gott Israels, der Einzige, Ewige, Allweise und Unveränderliche! Gleichwie der glückliche Zustand unter den Menschen durch die Sprache in ihren verschiedenen Wendungen und Ausdrucksweisen gefördert wird, so hat auch Gott in seiner Erhabenheit es für nöthig befunden, die heilige Schrift, welche ebenso das Wohlergehen der Menschen herbeiführen soll, in gleicher Weise auszustatten mit diesen Theilen und Arten der Rede. Die Menschen fördern gegenseitig ihr Wohlergehen, indem einer den andern anspornt zu guten Handlungen und ihn abmahnt von bösen Thaten, indem sie einander aufmuntern und zurückhalten, einander erzählen von frommen lobenswerthen Menschen zum nachahmungswürdigen Beispiel und von gottlosen Menschen, um von ihrer Nacheiferung abzuschrecken. Bald ist ihre Redeform eine solche, wie wenn ein Diener zu feinem Herrn I) S. ineint, die Reihenfolge der Psalmen mit Bezug auf die einzelnen Sängerfamilien, ihre Zusammenstellung nach dem Orte des Vortrages oder mit Rücksicht auf die einzelnen Tage, an denen sie vorgetragen wurden.