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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1881-01-01 · 1 (1881) · p. Seite 70

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
8 (1881)
Issue
1 (1881)
Date
1881-01-01
Page
Seite 70 (sequence 73)
Language
German
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70 Cohn ist sein Schatz" (33, 1—6). Der erste Vers enthält offenbar eine Verkündigung Gottes, der zu den mit Raub und Unrecht belasteten Menschen spricht: ״Glaubet nicht, daß ihr stets von Beraubung und Bedrückung verschont bleiben werdet, vielmehr wird euch auch einst von Anderen ebenso geschehen, wie ihr gegen Andere verfahren seid!" Der zweite Vers scheint die Worte betender Menschen zu enthalten, welche Gott anflehen. Der wirklichen Bedeutung nach ist aber auch der Inhalt dieses Verses auf eine Verheißung Gottes zurückzuführen, als ob es heißen würde: ״Ich erweise mich gnädig und barmherzig gegen Jeden, der auf mich vertraut; ich werde seine Stütze sein an jedem Morgen und ihre Hülfe in jeglicher Noth." In dem dritten Verse wendet sich dem Wortlaute nach der Prophet au Gott. In Wahrheit aber will er sagen: Also spricht der Herr: ״Vor dem Getöse der Menge flüchten sich die Völker und durch meine Kraft werdell zerstreut die Nationen." Ebenso bezieht sich der vierte Vers, in welchem der Prophet nach dem einfachen Sinne der Worte: ״Eure Beute wird eingesammelt werdeir" u. s. w. die Menschen anredet, auf Gott: ״Ich werde Eure Beute einsammeln lassen, gleichwie zusammengetragen wird die Heuschrecke." Nicht minder ist der fünfte Vers, in welchem wir den Propheten von Gott sprechen hören, ohne daß die Rede an ihn sich wendet, als ein Ausspruch Gottes zu beuten: ״Ich, der Hocherhabene, der im Himmel thront, erfülle Zion mit Recht und Gerechtigkeit." Desgleichen hat endlich der sechste Vers, in welchem der Prophet wiederum das Volk an- Zureden scheint, den Sinn, daß nach der Verheißung Gottes ihre Zukunft gesichert sein werde durch das Vertrauen auf seine Hülfe, durch Weisheit, Erkenntniß und Gottesfurcht. Ein ähnliches Beispiel bietet die Weissagung des Jeremias: ״Gesegnet ist der Mann, der sich auf den Ewigen verläßt, dessen Verlaß ist auch der Ewige. Und er wird dem Baume gleichen, der gepflanzt ist am Wasser, und der am Bache seine Wurzeln ausstreckt, der es nicht gewahrt, wenn die Gluth konrmt und sein Laub bleibt grün. Verstockt ist das Herz vor allem und schwach, wer kann es erkennen? Ich der Ewige, ergründe das Herz, prüfe die Nieren, und kann geben Jeglichem nach seinem Wandel, nach der Frucht seiner Handlungen. Ein Rebhuhn, das brütet und

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