Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 8 (1881)
- Issue
- 1 (1881)
- Date
- 1881-01-01
- Page
- Seite 69 (sequence 72)
- Language
- German
- Belongs to
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Saadia's Einleitung zum Psalmenkommentar. <59 eines Gebetes ausgedrückt. Der eigentliche, den Worten zu Grunde liegende Sinn ist, als ob wir lesen würden: ״Ich bin erbarmungsvoll in meiner Gnade gegen den, der umkehrt von seinem bösen Wandel und in meiner großen Barmherzigkeit lösche ich aus seine Schuld,"!licht ininder möge derjenige, der die Worte liest: ״Erhöre mein Gebet, o Ewiger, und vernimm mein Flehen" (39,13) einsehen, wie offenbar Gott uns kund thun will, daß er das Gebet der Menschen und ihr Flehen erhören und sich ihren Thränen nicht verschließen würde. In gleicher Weise muß der ganze Inhalt des Buches, die darin enthaltenen Belehrungen und Ermahnungen, die Verheißungen des Lohnes und Androhungen der Strafe, die Erzählungen vergangener Ereignisse und die Andeutung von künftigen, wie die Erwähnung gegenwärtiger Verhältnisse, die Bitten um Gewährung der Wünsche und die Abwendüng von Unheil u. s. w. nach ineinen Auseinandersetzungen auf Aussprüche Gottes zurückgeführt werden. Ich will mich indeß mit diesen Ausführungen und Erörterimgen nicht begnügen, sondern noch aus anderen Büchern der heiligen Schrift einige auf einander folgende Verse anftthren, die ebenfalls alle als Aussprüche Gottes zu deuten sind. Theils wird in den betreffenden Schriftstellen Gott redend eingeführt, theils sind es Worte des Propheten, die wir vernehmen, theils wieder glauben wir Worte der Israeliten zu hören. Hierher gehört z. B. die Weissagung des Jesaias: ״Wehe dir Zerstörer, da du selbst unzerstört bist, Räuber, den man noch nicht beraubt. Wenn du das Ziel erreicht hast, Zerstörer, wirst auch du zerstört, wenn du den Gipfel erstiegen hast mit deinem Rauben, beraubt man auch dich. Ewiger, sei uns gnädig, auf Dich hoffen wir. Sei ihr Beistand an jeglichem Morgen und unsere Hülfe zur Zeit der Noth. Vor der Stimme des Getöses fliehen die Völker und vor Deiner Erhabenheit zerstreuen sich die Nationen. Und aufgerafft wird eure Beute, wie man Grillen zusammenrafft, wie Heuschrecken daher ziehen, zieht man dagegen. Erhaben ist der Ewige, denn er, in der Höhe thronend, erfüllt Zion mit Recht und Gerechtigkeit. Und es wird vorhanden sein die Sicherheit deines Geschickes, die Dauer des Heils, Weisheit und Erkenntniß; die Furcht des Ewigen, das