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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1881-01-01 · 1 (1881) · p. Seite 68

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
8 (1881)
Issue
1 (1881)
Date
1881-01-01
Page
Seite 68 (sequence 71)
Language
German
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68 (Estin Exils verlangte, daß sie Loblieder singen sollten, indem sie sprachen. ״Singet uns von dem Gesang Zion's," da weigerten sie sich mit den Worten: ״Wie können wir singen ben Gesang des Ewigen auf fremdem Boden?" (Ps. 137, 3—4.) Was nun das Lesen des Psalmbuches und die Beschäftigung mit demselben betrifft, so niöge man es vollständig lesen in der festen Ueberzetigung und in dem sichern Glauben, daß es bestimmt sei, das Heil und Glück der Menschen zu fördert:. Wenn es gleich im Besondern ein Buch der Loblieder ist, so ruht doch sein Endzweck in den Geboten mtb Verboten, in jenen beiden wichtigen Grundlagen der 18 Redeweisen, mit Bezug auf welche ich bereits erläutert habe, daß auch die 16 übrigen von der heiligen Schrift angewandt werden zur Befestigung und Verstärkung jener beiden Grundlagen des Heils. Wer aber dieses Buch liest, möge sicher glauben, daß der wahre Sinn seines ganzen Inhaltes, in welcher Redeform derselbe auch ausgedrückt sein möge, auf eine Verkündigung Gottes hinweist, von dem das Buch offenbart worden. Als Beispiel führe ich Folgendes an. Wenn wir in den Psalmen lesen: ״Nicht erhob sich mein Herz und nicht stolz waren meine Bicke" (131, 1), so ist die wirkliche Bedeutung dieser Worte, daß Gott — gepriesen sei er — die Menschen ermahnen will und ihnen gebietet, ״Seid nicht hochmüthigen Herzens, blicke nicht stolz mit den Augen und verachtet nicht Andere, denn ich bin an Macht und Hoheit über euch Alle erhaben." Es ist dies aber nicht in gebietender Redeform, sondern in einer der anderen 18 Redeweisen ausgedrückt. Oder wenn Jemand die Worte liest: ״Gedenke, o Ewiger, dem David, all seine Mühe, wie er geschworen dem Ewigen, gelobt dem Gewaltigen Jakob's" (132, 1—2) u. s. w. bis zum Ende des Kapitels, so sind auch hierunter nach dem wahrhaften Sinn Worte Gottes zu begreifen, als ob es heißen würde: ״Ich gedenke jedem Menschen seiner Mühen und Sorgen, die er meinethalben ertragen und der Gelübde, die er mir geweiht." Desgleichen haben die Worte: ״Sei mir gnädig, o Gott, nach Deiner Huld, und nach der Fülle Deiner Liebe, lösche aus meine Missethaten3 ,51) ״) den Zweck, uns darüber zu belehren, daß Gott dem reuevollen Sünder seine Schuld verzeiht. Es ist aber diese Verheißung nach menschlicher Redeart in Form

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