Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 8 (1881)
- Issue
- 1 (1881)
- Date
- 1881-01-01
- Page
- Seite 51 (sequence 54)
- Language
- German
- Belongs to
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Recensionen. 51 4. In der Diskussion obenerwähnter Stelle ist die Rede davon, daß das Blut, welches im Wochenbett einer auf diese Weise Entbundenen fließt, unrein sei, daß diese Frau also als Nidda zu betrachten sei. Darauf bemerkt ein Gelehrter, Rabina, es muß angenommen werden, daß das Kind יוצא דופן und das nach der Entbindung fließende*) Blut aus den Genitalien kommt. R. Joseph dagegen sagt, es müffe vorausgesetzt werden, daß Beides aus der Wand kommt. Es ist aber beim Kaiserschnitte undenkbar, daß der Wochenfluß aus der viel höher als die Genitalien liegenden Operationswunde komme." So weit der Vers., dessen Beweis aber durch Richtigstellung mehrerer irrthümlichen Auffassungen jener Talmudstelle vollständig erschüttert wird. In der That verhält es sich jedoch folgendermaßen: In der in der vorigen Nummer erwähnten Boraitha schließen sich die Worte an: ״das von dort kommende Blut ist unrein, nach R. Simon aber rein." Die Consequenz der ersten Meinungsdifferenz müßte aber zu umgekehrten Ansichten der einzelnen Gelehrten führen, deshalb erklärt es Rabina so, daß es von einem Falle spreche, daß das Kind יוצא דופן, das Blut vor der Geburt aber aus den Genitalien gekommen ist. Zusammenhängt das Blut mit der Operationswunde örtlich nach Keinem von Beiden, sie divergiren nur darin, ob der Kaiserschnitt als Geburt betrachtet wird, und daher als אונם die Unreinheit der ויבוז aufhebe oder nicht. R. Josef divergirt auch sachlich durchaus nicht von Rabina, und setzt nur deshalb eine andere Erklärung der Boraitha an die Seite, weil der Ausdruck ״von dort" die Erklärung des Rabina nicht zulasse. 5. Oholot VII d ist davon die Rede, unter welchen Umständen man eine Frucht im Mutterleibe zerstückeln darf, um die schwergebärende Mutter zu erhalten. Warum, fragt nun Vers., greift man nicht zum Kaiserschnitte, um möglicherweise Mutter und Kind zu erhalten? — Muß denn aber ein Sachverständiger bei der noch heute so höchst gefährlichen Operation, deren Kenntniß Vers, der talmudischen Zeit sogar ganz abspricht, jedes- *) Nicht nachher, sondern in den 3 Tagen vorher (vgl. Raschi). 4*