Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 8 (1881)
- Issue
- 1 (1881)
- Date
- 1881-01-01
- Page
- Seite 52 (sequence 55)
- Language
- German
- Belongs to
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52 Recensionen. mal anwesend sein, und muß nicht die rituelle Vorschrift für die vielen, d. h. mit verschwindender Ausnahme alle Fälle gegeben werden, in denen es Niemand wagt, Beide, Mutter und Kind, in die größte Lebensgefahr zu bringen? 6. Jetzt folgt die schon oben unter 1, b angedeutete Talmudstelle (Erachin 7 a), wo R. Nachman Namens Samuels sagt, daß, wenn eine sich im Gebärakte befindende Frau am Sabbath gestorben ist, man selbst aus ר״ה״ר ein Messer bringen dürfe, um den Leib aufzuschneiden und das Kind herauszuholen. Da haben wir, sagt Vers., also deutlich genannt den Kaiserschnitt, aber an einer Todten. Nun thut aber Samuel so, als ob er Joze Dofan gar nicht kennt, sonst würde er einfach sagen, man bringt ein Messer (selbst aus ר״ה״ר) und macht ״Joze Dofan“. Abgesehen nun davon, daß, wie schon Steinschn. monirt, diese Bemerkung auf sprachliches Bedenken stößt, ist auch dieser Beweis unbegreiflich. Wer sagt denn dem Vers., daß er von ״Joze- Dolan-Machen" sprechen wollte? Und warum sollte man bei einer Todten nicht die einfachste Art des Herausholens des Kindes aus gewöhnlichster Geburtsstelle wählen? 7. Niddah 25 b wird von dem Falle gesprochen, daß der Fötus einer fehlgebärenden Frau gequetscht ist (Sandal) durch gewöhnliche Geburtswege und das (nach dort immer damit verbundene) ausgetragene lebende Kind Joze Dolan ist. Dies sei, wenn J. D. Kaiserschnitt sei, ״unmöglich", weil man selbstverstündlich nach Herausnahme des lebenden Kindes die Nachgeburt und den Sandalfötus mitherausgenommen hätte. Kann denn aber die reguläre Geburt des Sandalfötus nicht vorausgegangen sein? 8. Cholin 69 a ist bei Gelegenheit der Erstlingsheiligung davon die Rede, daß ein Drittel J. D. und das Uebrige auf dem Wege der Gebärmutter geboren, was nach gew. Ansicht über J. D. ״jeglichen Sinnes entbehre", da, wenn die Operation so weit gediehen, daß man ein Drittel herausnahm, die zwei übrigen Drittel füglich nicht auf natürlichem Wege geboren werden können. — Aber, selbst diese physische Unmöglichkeit zugegeben, was wir als Nichtmediziner nicht beurtheilen können, entfällt jeder Schatten von Beweis durch die Annahme, daß das erste