Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 8 (1881)
- Issue
- 1 (1881)
- Date
- 1881-01-01
- Page
- Seite 36 (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
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Lerner Erklärung des Jonat. in das ursprünglich^) verschiedene Jeruschalmi hineinzutragen. 3 Targumim, die man gewöhnlich mit Onkel., Jonat. und Jer. bezeichnet, dürfen somit als Quellen hingestellt werden, aus welchen der Redaetor desB. r. theils mittelbar, theils unmittelbar geschöpft. Denn eine große Anzahl der in diesem Midrasch vorkommenden Versionen gehört den Tanaiten und Amoräern an, welche die ihnen tradirten Uebersetzungen in den nachher in B. r. aufgenommenen Agadoth niedergelegt, es müssen 1) Als dies niedergeschrieben war, fand ich, daß bereits Frankel an der Ansicht Mussafia's (Aruch 8. v. 2אשו), daß Jer. nur eine zweite Recension des sogenannten Jonath. sei, Anstoß genommen und gegen Mendelssohn, Rapoport uud Zunz, die dieser Ansicht beipflichten, nicht bloß eine völlige Verschiedenheit dieser beiden Targumim, sondern auch die Priorität des Jer. vor Jonathan zu erweisen suchte. (Frankel, Monatsschrift 1846 S. 110-120.) Daselbst (S. 117) behauptet auch Frankel, daß Jonat. vom Onkel, sehr abhängig sei, Jer. dagegen sich selbstständiger zeige. S. Bär, der unabhängig von Fr., das Verhältniß des Jonat. zum Onkel, behandelte, kam zu dem Resultat, daß Jonath. geradezu einen Commentar 'zum Onkel, bilde, welcher demgemäß das beste Hilfsmittel für etwaige im Onk. vorzunehmende Correcturen sei (Frankel, Monatsschrift 1851 S. 235—242). Seligsohn und Traub gingen einen Schritt weiter und machten selbst die Jeruschalmi-Fragmente, von welchen sie annahmen, daß sie auf uns in ihrer ursprünglichen Gestalt gekommen (Frankel, Monatsschrift 1657 S. 138 ff.) zu einem ״kritischen Commentar" des Targum Onkelos (a. o. O. S. 145), Jonat. aber zum spätern Paraphrasten, der das Werk seines Vorgängers, das Targ. Jer., welches nicht zu allen Theilen reichte, zu einem abgeschlossenen Ganzen vollendete. Gleich dem Jer. ruhe auch Jon. auf der Basis des Onkel., den er mit Rücksicht uuf die Glossen des Jer.bald corrigirt, bald mit Agadoth bereichert. (S. 100, 101, 143 ff.) Seli gs. und Traub stimmen also im Wesentlichen der Ansicht Bär's bei, die sie nur auch auf Jer. übertragen. Frankel, Bär, Seligs. und Traub haben jedoch einerseits stillschweigend vorausgesetzt, daß das Targ. Jon. in seinem ganzen Umfange einer Zeit angehöre, was unwahrscheinlich sein dürfte (vergl. G. V. S. 75 u. oben S. 33), sodann die zahlreichen Targumim der Tatmude, des altern und jüngern Midrasch und namentlich die des B. r. fast völlig außer Acht gelassen, aus welchen sich abweichende Resultate ergeben. Es ist aber hier nicht der Ort, auf diese Frage näher einzugehen.