Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 8 (1881)
- Issue
- 1 (1881)
- Date
- 1881-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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28 Feilchenfeld Die an Gott Denkenden können wohl als Seine Bekenner bezeichnet werden. — Wenn die Gerechtigkeit Gottes für die Frommen erbeten wird, so soll nicht etwa zu ihren Gunsten Gericht gehalten, sondern die Gott wohlgefällige menschliche Gerechtigkeit, Tugend soll mit der erbetenen göttlichen Gnade ihnen zu Theil werden, vgl. oben V. 6 אמונתך und die Erklärung dazu. — Den redlichen Herzen, eigentlich: Denen, die redlich im cherzen. — V. 12. Das Ziel steht nach Verdis der Bewegung nicht selten im Accusativ, daher hier תבואני. Der Fuß des Stolzes wie oben V. 4 die Worte ihres Mundes (der Sünde), für den Stolz selbst. Gemeint ist der Hochmuth Solcher, die ihr Glück nur ihrer eigenen Kraft, nicht der göttlichen Gnade verdanken wollen. So lange er diesem Hochmuthe entgeht, wird ihn der Arm der Frevler, der ihn übrigens nicht äußerlich beschädigen, sondern nur vom rechten Wege ablenken will, in der Tugend nicht wankend machen, weil das Gefühl der Abhängigkeit von Gott ihm Halt und Festigkeit giebt. Vermuthlich geht die Bitte deshalb in die Einzahl über, um den anderen Bekennern Gottes nicht die von dem Betenden für ihn selbst demüthig eingestandene Schwäche znschreiben zu müssen. V. 13. Gefallen sind die Unheilstifter (vgl. V. 5) auch nicht, wie die Erklärer meinen, äußerlich ins Unglück, sondern sittlich gesunken sind sie dort, an der Klippe des hier erwähnten Hochmuths, der auch V. 2 als der Anfang ihres Falles bezeichnet worden ist. So erklärt sich das welches den neueren Auslegern so viele Schwierigkeiten bereitet. Sie sind um gestoßen worden (vgl. Psalm 118, 13), nämlich durch die Macht der Versuchung und Versucher, vermochten aber nicht aufzustehn, sich sittlich wieder zu erheben, weil ihnen der Zusammenhang mit Gott fehlte. So kehrt der Psalm zum Anfänge zurück, zu dem Gedanken, daß der Abfall von Gott zu der sittlichen Verkommenheit der Sünder Grund und Anlaß biete. Folgende dreizehn Textesänderungen fordert Grätz in diesein kurzen Psalm, den er ״im Ganzen als außerordentlich leicht" bezeichnet: