Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 8 (1881)
- Issue
- 1 (1881)
- Date
- 1881-01-01
- Page
- Seite 26 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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26 Feilchenfeld lichen geleitet werden soll, muß die Gerechtigkeit Gottes gemeint sein, die für die Frommen vorbildlich wird, oder auch die abstracte, von Gottes Gesetz vorgeschriebene und von Gottesfurcht getragene Tugend, der man erst theilhaft werden soll. Das Letztere scheint vorzuzieyen, weil sich die Erwähnung der Gottesgerichte hieran passend anschließt. Jedenfalls bedeutet 'TS hier die Gesammtheit aller Tugenden, die Rechtschaffenheit, d. h. rechte Beschaffenheit des Gemüthes. — Da man zu allen Zeiten das als groß, vortrefflich und dgl. Angestaunte göttlich nannte und nennt, kann die Bezeichnung hoher Berge durch Gottesberge nicht auffallend erscheinen.*) — Wer in den ״Abgrund" göttlichen Gerichtes einmal schaudernd den Blick versenkt hat, wird nicht mit Grätz das '2 comparationis vermissen und es durch Emendation ersetzen wollen, vgl. Spr. K. 20, 5. — Vor dem Sturze in solchen Abgrund muß Gott erretten. Der Ausdruck ist wirkungsvoller als Grätz's schale Emendation in ת<1£ביע• — Ebenso wirkungsvoll ist die Zusammenstellung des stolzen Menschen mit dem vernunftlosen Vieh ohne ein '2 oowparatioms, das auch in den Sprüchen Salom. bei energischen Vergleichungen nicht selten durch die Kopula 'ו ersetzt wird z. B. Spr. 20. 15, 30; 25, 20. 23; 27, 9. 17. 20. 21. — V. 8. Die im Vers erwähnte Gnade ist ungemein Werthvoll, aber auch schwer zu erringen (Beides liegt in ייקר)- Darum müssen die Menschen bei Gott ihre Bergung gegen des Lebens Wechselfälle suchen. Alle sollten sich bei Gott bergen, V. 9. weil sie alsdann die Aussicht haben, von dem Marke Seines Hauses gesättigt zu werden u. s. w. Grätz's Emendation der 2' אדים des vor. Vs. in אביון ist ebenso zweckwidrig wie unnöthig. Es sollen ja alle Menschen, und nicht bloß die Armen, als von Gottes Gnade abhängig und auf dieselbe hoffend *) Mau wird wohl so lange Anstand nehmen dürfen, Grätz's Emendalionen unseres הדרי אל und אחי אל Ps. 80, 11 in!הי אלן und א' הלבנון anzuerkennen, bis er auch die ähnlichen Ausdrücke ״Gottes Donner Exod. 9, 28, Gottes Schrecken 1 Sam. 14, 15, Gottes Sterne Jes. 14, 13, Gottes Garten Ezech. 28. 13, Gottes Heil Psalm 50,23, Gottes Unheil Hiob 31, 23, Gottes Flamme״ H. L. 8, 6 u. a. durch angeblich bessere ersetzt haben wird.