Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 8 (1881)
- Issue
- 1 (1881)
- Date
- 1881-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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12 Cohn Gut und werdet von Geraubtem nicht bethört" (62 11); ״Verhärtet nicht euer Herz, wie zu Meribah" (95, 8) und in ähnlichen Stellen. Die fünfte Art ist das Gebet und die demuthsvolle Bitte. Hier kann niemals der Inhalt der Worte auf Gott als den Bittenden sich beziehen, weil alle Geschöpfe feiner Hülfe bedürfen, er aber Alles besitzt. Nur Menschen sprechen die Bitte aus, entweder als Einzelperson, wie: ״Bewahre meine Seele und rette mich" (25, 20) ״Sei mir gnädig, Gott, nach Deiner Huld, wasche mich rein von meiner Schuld" (51, 3—4), oder Viele sind die Bittenden, wie: ״Sättige uns am Morgen mit Deiner Huld, . . . erfreue uns gleich den Tagen, da Du uns gebeugt" (90, 14—15)1). Diese 18 Redeweisen nun lasten sich aus den ihnen zu Grunde liegenden fünf Arten ableiten. Gott hat den Menschen zur Vollkommenheit geschaffen und hat sein Werk befestigt wie für. einen Freund, um seine Geschöpfe durch diese verschiedenen Arten der Rede in der Schrift zur vollkommenen Glückseligkeit anzuleiten. Nunmehr will ich erläutern, wie es ein Zeugniß der göttlichen Weisheit ist, daß der Schöpfer jene Ausdrucksweisen der heil. Schrift nicht auf 5 oder 10 Arten von jenen 18 beschränkte, sondern in weiser Absicht alle anführt. Gott kennt die Verschiedenheit der menschlichen Natur und ihre Bedürfnisse. Darum wendet er theils Gebot und Verbot an, theils will er durch Verheißung und Androhung von Strafen, welche die Menschen treffen würden, ihren stolzen Willen beugen, theils will er sie durch die Erzählung von Gottesfürchtigen, die glücklich gewesen, und von Gottlosen, die untergegangen, selbst wider ihren Willen zwingen, sich ein Beispiel daran zu nehmen und so sollen auch die übrigen von den 18 Ausdrucksweisen in ihrer Gesammtheit die Gesammtheit der Menschen belehren. ^) Es sind aber nicht alle 1) Eine gleiche Neigung zum Schematisiren zeigt S. auch in seinen Commentaren zu anderen biblischen Büchern und im Emun. Wed. Vgl. auch Bacher 1. 6. 2) Ausführlicher bespricht S. diese Absicht der heiligen Schrift in der dem eigentlichen Psalmenkommenlar vorangehenden zweiten kürzern Einleitung mit deutlicher Beziehung auf den Ansspruch דברה תורה בלשון בני אדם.