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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1881-01-01 · 1 (1881) · p. Seite 7

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
8 (1881)
Issue
1 (1881)
Date
1881-01-01
Page
Seite 7 (sequence 10)
Language
German
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Saadia'S Einleitung zum Psalmenkommentar. 7 welche die Menschen aufgefordert werden, sich solcher beweisenden Zeugnisse zu bedienen. In Betreff des zweiten Punktes heißt es: Höret und vernehmet meine Rede, horchet und merket auf meine Erzählung (das. 28, 23). Das aber bewährt die Erfahrung. Wenn man Jemandem etwas befiehlt oder untersagt, was er vorher als geboten oder unerlaubt nicht gekannt hat, wenn man ihm Lohn verspricht oder Strafe androht, seine Handlungsweise billigt oder tadelt, so haftet das Gesagte noch nicht immer fest und sicher bei dem Zuhörer. Wenn aber dergleichen nach einer Erzählung geschieht, so dient das Beispiel zur Nachahmung und die Mahnung bleibt dadurch in der Erinnerling haften?) ..*) Ich will nunmehr erörtern, daß Gott durch jede einzelne Art dieser Redeweisen die Vollkommenheit des Menschen zu fördern beabsichtigt. Die erste Art der Rede ist das Gleichn i ß (?). Diese zerfällt nicht in mehrere Theile. Bereits wird dem 1) Vgl. Bacher, Jdn Esra's EinleitUttg zum Peutateuchkommeittar p. 27 ans der handschriftlich vorhandenen Einleitung Saadia's zu den Sprüchen: ״Wichtig für die Leitung des Menschen ist die Thatsache, daß er an dem Geschicke der NeLenmenschen sich ein Beispiel nimmt. Darum verzeichnet auch Gott in der Torah das Glück der Frommen und das den Bösen beschiedene Unheil.״ Cfr. auch Emun. wed. III. 2) Die Handschrift ist an dieser Stelle lückenhaft. Mehrere Zeiten sind verwischt und viele Worte unleserlich. Der Zusammenhang mit dem Weitern erfordert folgenden Inhalt. Die heilige Schrift wende verschiedene Ausdrucksweisen an, die sich wieder in einzelne Theile zerlegen lassen. 1) Die Form des Gleichnisses(?), 2) die Frage, 3) die erzählende Form, 4) Gebot und Berbot, 5) Bitte und Gebet. Die Benennung der ersten Redeform ist unleserlich, ebenso wie der als Beispiel dafür aus dem Pentateuch angeführte Vers. Ich vermuthe, daß mit den allegirten Versen aus den Psalmen (siehe im Texte) 78, 1 und 49, 2 nur der Anfang des betreffenden bildliche Ausdrücke enthaltenden Cap. bezeichnet werden soll, während sich S. auf den ganzen Inhalt des Cap. bezieht. Vgl. 78, 2 אפתחה במשל פי und 49, 5 אטה למשל אזני. Auch in der zweiten kleinern Einleitung S.'s zu den Psalmen (s. später) ist צרב אלאמתאל unter den Ausdrucksweisen der Schrift angeführt. Zu vergleichen wäre hier auch Midr. Ialknt zu Psalm 78, 1 האזינה עמי תורתי ולא המזמורות בלבד אלא אף החידות והמשלים. Auffallend wäre es freilich immerhin, daß S. diese seltenere Form der Rede voranstellt. Ueber die Wichtigkeit der Anwendüng vou Gleichnissen und ihren Nutzen für das leichtere Verständuiß spricht sich S. auch in seiner Einleitung zu משלי aus. Bgt. Bacher 1. e. p. 26.

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