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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1881-01-01 · 1 (1881) · p. Seite 6

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
8 (1881)
Issue
1 (1881)
Date
1881-01-01
Page
Seite 6 (sequence 9)
Language
German
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6 Cohn andereil Beweise, welche die Bekenner des einig-einzigen Gottes aufgestellt haben, so viele ihrer auch sein mögen, in diesen drei Wurzelbeweisen enthalten sind, so sind die von der Vernunft gebotenen Handlungen, die in der heiligen Schrift festgestellten Gesetze, und die Erzählungen, welche der, in dessen Besitz die Wahrheit ist, uns berichtet die Quellen, welche den Menschen zu dem vollkommenen Zustand des göttlichen Gehorsams führen. Alle religiöse Forschung, alle Erörterungen der Weisen') und die Philosophie der Gläubigen stützt sich, wenn man ihrem Gange folgt, auf diese drei Quellen. ^) Zu diesen beiden jene sechs Quellen in sich fassenden Erkenntnißarten fordert der Schöpfer — gelobt sei er'—in der Torah auf. In Betreff des ersten Punktes heißt es: Hebet gen Himmel eure Augen und erkennet, wer diese geschaffen hat (Jes. 40, 26)?) Hierher gehören auch diejenigen Gebote, durch sammen.qesetzt, sowohl die vegetabilischen und animalischen Organismen, wie die Erde selbst, die eine Verbindung von Staub, Stein und Sand ist. Es muß also zu irgend einer Zeit diese Verbindung und Zusammensetzung durch einen Urheber herbeigeführt worden sein. 3) Alle Dinge in der Welt sind gewissen Accidentien und Veränderungen unterworfen, die theils in ihnen selbst begründet sind, theild ihnen von außen her zukommeu. Wie nun diese zu dem Wesen der Dinge geh'örenden, ihnen inhärirenden Zustände geschaffen sind, so müssen auch die Dinge selbst geworden sein. 4) Es ist unmöglich anzuuehmen, daß die Zeit unendlich sei. Wir würden sonst niemals zu einer bestimmten Anfangsgrenze gelangen können, wenn wir in unseren Gedanken in die Vergangenheit znrückgehen. Es würde dann aber anch der terminus a quo fehlen, von dem aus das Sein bis zu uns gelangen könnte, mithin nichts existiren. Aus all diesen Gründen sei die Auuahme einer Ewigkeit der Materie unhaltbar. 1) npv Die Araber verstehen unter dem Worte (Munk, Guide des egaräs pag. 7, Anmerkung 1), was wir das kanonische Recht nennen, und besonders die Gesetzgebung und die Ceremonien, die sich auf die Tradition stützen. Die arabischen Juden, karaitische wie rabbanitische, bezeichnen damit den Inhalt der Dogmen und der Praxis, die sich auf Ueberlieserung gründet. Die arabischen Rabbiner gebrauchen das Wort gleichbedeutend mit ״Talmud.״ 2) d. h. vollzieht sich an der Hand des Glaubens. Vgl. Emunot wed. Einleitung. 3) Auch Kimchi findet in dem Verse eine Aufforderung, zu gleichem Zwecke über die Wunderwerke des Himmels nachzudenken ומד!ם יכיר.

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