Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 8 (1881)
- Issue
- 1 (1881)
- Date
- 1881-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 8)
- Language
- German
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Saadia'S Einleitung zum Psalmenkommentar. ö der er versucht, die einzelnen Psalmen nach Sinn und Inhalt mit einander zu verbinden. Diese Breite und Weitschweifigkeit in der Vorrede läßt keinen Schluß zu auf den eigentlichen Commentar. S. selbst bemerkt, er werde sich bei der eigentlichen Erklärung kürzer fassen und habe nur eine Anleitung geben wollen fiir die richtige Methode der Exegese. Ich lasse nunmehr die Uebersetzung der Einleitung selbst folgen. ״Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels, der Einzige, der Allinächtige, der Ewige, der dem vorzüglichsten*) seiner Geschöpfe für das Leben einen Führer gegeben, durch dessen Beachtung er gelenkt und sicher geleitet wird zrir Glückseligkeit! Er gewährt ihm Einsicht, stattet ihn aris mit Erkenntniß, lind seine Aussprüche, sofern sie dem Menschen dauernd gegenwärtig sind, verschaffen ihm den Nutzen, der aus ihrer Befolgung erfließt. Gleichwie die Endlichkeit und räumliche Begrenzlmg der Dinge ihrem Wesen nach, die Accidentien, denen Alles unterworfen ist, und die unendliche Theilbarkeit der Zeit die Hauptbeweise sind dafür, daß alles Daseiende geworden ift,1 2) wie alle 1) סגלה האם. Wie das Wort in der heiligen Schrift besonders das Berhältniß des Volkes Israel zu Gott bezeichnet, (Exod. 19, 5; Deuter. 14, 2 und sonst), so wird in den religionsphilosophischen Schriften oft in gleichem Sinne erwähnt, daß Israel סגלת בגי אדם sei; Gott habe Israel erwählt und würdig befunden der Offenbarung. Vgl. Kusari I, 27 und אמג׳ «די III. Einleitung: ,חננם סבה שמגיעים בה אל ההצלחה הגמורה והטובה השל מד. Saadia bezeichnet auch sonst den Menschen überhaupt als ״Endzweck der ganzen Schöpfungמכוון בכל הבדואים ״. 2) Die hier angedeuteteu Gründe für das zeitliche Entstehen der Welt bespricht S. ausführlicher am Anfang seines Werkes Emnnot wedeot. Es wird dort noch ein viertes Argument hinzugefügt. *) Die Welt ist endlich und begrenzt dem Raume, also auch der Zeit nach. Da wir bestimmt wissen, daß Himmel und Erde eine begrenzte Größe haben, indem die Erde in der Mitte des Universums liegt und der Himmel sie umgiebt, so müsse nothwendiger Weife auch die ihnen innewohnende Kraft begrenzt sein. Es wäre absurd und gegen jede Erfahrung eine endlose Kraft in einem begrenzten Körper anzunehmen. Himmel und Erde können also weder nach dem Aufhören dieser Kraft weiter bestehen, noch vor ihrem Vorhandensein existirt haben. 2) Kein Körper in der Welt ist einfach, Alles vielmehr aus Theilen zu-