Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 8 (1881)
- Issue
- 1 (1881)
- Date
- 1881-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 6)
- Language
- German
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Saadia's Einleitung zum Psalmenkommentar. 3 mentare selbst Manches enthalten, was nicht streng zur Exegese kommt und mehr dem Philosophen, als dem Exegeten angehört, giebt S. in der Vorrede von seinem Standpunkte aus Aufklärung über Manches auf-die Psalmen Bezügliche, wozu ihm bei dem eigentlichen Commentar nicht Gelegenheit geboten war. Die heil. Schrift enthalte der menschlicheil Ausdrucksweise entsprechend derschiedene Formen der Rede, wie Gleichnisse, Fragen, Erzählungen, Gebote, Verbote und Bitten, die, lim jede Einförmigkeit zu vermeiden, neben einander Vorkommen. Es bewähre sich hierin die Allweisheit Gottes, der die verschiedenartige Anlage der menschlichen Natur kennt und durch seine Anssprüche auf sie einwirken wolle. Der Hauptzweck der heiligen Schrift liege aber in den Geboten und Verboten, durch deren gewissenhafte Beobachtung die Menschen zum Gottesgehorsam angeleitet und' zur wahrhaften Glückseligkeit geführt werden sollen, während der übrige Inhalt der heiligen Schrift nur zur bessern Erreichuilg dieses Zweckes dient. Die Verkündigung von Lohn für die Erfüllung des Gotteswillens und die Androhung von Strafe für die Uebertretung der Gebote verfehle nicht ihre Wirkung auf den Menschen, wie andrerseits die Erzählung von Solchen, die jene Gottesverheißungen an sich erfahren haben, geeignet seien, die Menschen in ihrer Tugend und Frömmigkeit zu bestärken und sie von der Nachahmung der Sünder abzumahnen. Die Schilderung der Wunderthaten Gottes und seiner Allniacht solle dem Menschen die Pflicht, seinem Willen sich zu unterwerfen, recht eindringlich vor die Seele führen, da ja von ihm unser Wohlergehen abhängig sei und wir nur von ihm in Noth und Gefahr Hülfe erlvarten können, lvie dies die oft in der heiligen Schrift erlvühnten an ihn gerichteten Bitten andeuteten. So sei nun auch in dem Psalmbuche das Gebot und Verbot Mittelpunkt und Hauptzweck des ganzen Inhaltes, der vollständig dem David von Gott geoffenbart worden zu der Zeit, als die Israeliten sich auf dem Höhepunkt ihres geistigen, politischen und materiellen Wohlergehens befanoen, gleichwie die Gesetzesoffenbarung auf Sinai nicht früher stattfand, als bis die Israeliten die Zahl erreicht hatten, in der sie annähernd verbleiben sollten. Diese Zeit habe Gott denn auch zum Bau des Teinpels bestimmt, den David zur Vollendung durch Salomo