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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1880-01-01 · 1 (1880) · p. Seite 241

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
7 (1880)
Issue
1 (1880)
Date
1880-01-01
Page
Seite 241 (sequence 244)
Language
German
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Die neueste Hypothese über den Priestercodex. 241 angenommen werden, daß das Dent. als das einzig giltige Gesetzbtlch betrachtet sein will; es setzt vielmehr nothwendig ein anderes geschriebenes Gesetzbuch voraus, das bereits längst gegeben und dessen Giltigkeit unbestritten ist. Setzt es aber bloß das Bundesgesetz, Exod. 20—23 voraus? — Deut. 24, 8 heißt es: ״Hüte dich beim Schaden des Aussatzes, sehr zu beobachten und zu thun, ganz so wie euch lehren die Priester, die Leviten, wie ich ihnen geboten, sollet ihr beobachten zu thun." Diese Stelle sagt nun soviel mit Sicherheit, daß nach der Ansicht des Deut.'s, Gott außer den Bundesgesetzen und den deuteronomischen Gesetzen noch andere Gebote dem Moses offenbart hat. — Man (Welch. u. A.) hat zwar behauptet, daß hier nicht auf die Aussatz-Gesetze des Leviticus (13—14) hingewiesen sei, sondern es handle sich hier nur um mündliche Traditionell, die nur den Priesteril zugänglich waren und von denen auch Deut. 33, 9 f. gesagt wird: ״Sie (die Priester) hüten dein Wort und bewahren deinen Bund, sie lehren Jacob deine Rechte und Israel deine Weisungen." Allein schon diese letztere Stelle beweist entschieden, daß den Priestern nicht blos mündliche Traditionen, sondern auch bestimmt fixirte schriftliche Lehren zur Hut übergeben waren. Denn ״der B u n d ", den die Priester bewahren, dürfte kaum etwas Anderes sein, als das Gesetz, das auf den Tafeln des Bundes und im Buche des Bundes ausgezeichnet war (vgl. Exod. 24, 7; 34,27). Wird doch auch das Deut, (als Inbegriff der Worte des Bundes, Jer. 11,2 ff.) schriftlich ausgezeichnet und den Priester» zur Ver- Wahrung gegeben (Deut. 31, 9: 17, 18). Mit welchem Rechte können wir nun annehmen, die Gesetze und Weisungen, nach denen die Priester zu richten und zu entscheiden haben, seien nach dem Deut, bloß mündliche Traditionen gewesen? Man beachte ferner, daß in Deut. 24, 8 nicht von einer Entscheidung der Priester nach eigenen Erwägungen (vgl. 17, 8 ff.) gesprochen wird, vielmehr ist nachdrücklichst betont: ״wie ich ihnen geboten, sollt ihr zu thun beobachten." Der Gesetzgeber erwähnt also bestimmte göttliche Gesetze, die den Priestern noch vor der Promulgation des Deut.'s bekannt waren und deren göttlicher Ursprung nicht erst durch den Bescheid der

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