Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 7 (1880)
- Issue
- 1 (1880)
- Date
- 1880-01-01
- Page
- Seite 240 (sequence 243)
- Language
- German
- Belongs to
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240 Hoffmann erste Gesetzbuch zu sein beansprucht, so würde es seine Publicirung unmittelbar nach der sinaitischen Gesetzgebung ansetzen, und es, wäre auch in den Einleitungs - und Schlußreden nicht zu wiederholten Malen betont, daß diese Gesetze erst nach Verlauf von 40 Jahren vorgetragen wurden,*) um so weniger, als in der Einleitung (Deut. 5, 28-6, 1) gesagt wird, daß die folgenden (deuteronomischen) Gesetze dem Moses bereits unmittelbar nach der Promulgation des Decalogs auf dem Sinai von Gott offenbart wurden. Es wird auch allgemein zugegeben, daß das Deut, die Bundesgesetze in Exod. 20—23 voraussetzt. Nach Deut. 28, 69; 29, 8 u. a. St. (vgl. auch Jeremia 11, 2—8) sind die deuteronomischen Gesetze als Grundlage eines neuen Bundes zu betrachten, den Moses auf Gottes Geheiß mit den Israeliten im Lande Moab geschloffen, ״außer dem Bunde, den er mit ihnen geschlossen am Horeb." Dieser neue Bund war für die neue Generation, die im Begriffe stand, das heilige Land in Besitz zu nehmen, bestimmt; aber nichts desto weniger war der Horeb- Bund auch für dieses Geschlecht noch in voller Kraft (Deut. 5 2—3), und somit auch die Gesetze, die diesem Bunde zu Grunde lagen. Wenn nun auch manche Gesetze aus Exod. 20—23 im Deut, wiederholt sind, so ist dies doch bei der Mehrzahl derselben nicht der Fall, wiewohl nicht bezweifelt werden kann, daß auch diese nach dem Deut, ihre Geltung nicht verloren haben. So ist in Deut. 27, 5—6 die Giltigkeit des Gebotes von Exod. 20, 25 vorausgesetzt, und ebenso ist das Gesetz über das Erlaßjahr, Deut. 15, 1 ff. nur bei Voraussetzung der Gebote über die Ackerrast im siebenten Jahre (Exod. 23, 10—11) zu begreifen (vgl. oben Jahrg. 1879 S. 112f.). Es kann somit in keinem Falle *) Die Scheidung der Einleitungs- und Schlußreden vom Haupttheile des Deuteronomiums ist so wenig begründet, daß wir uns wenigstens gestatten dürfen, aus ersteren über den Standpunkt des letztern Schlüsse zu ziehen. Man braucht nur einige Stellen des sogenannten Urdeuteronomiums zu lesen, um zu erkennen, daß hier derselbe Geist und dieselbe Sprache, wie in den übrigen Theilen des Deut.'s sich offenbaren, vgl. z. B. Deut. 12, 28; 13, 5; 18-19; 14, 1—2; 15, 5—6; 18, 16 u. A.