Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 7 (1880)
- Issue
- 1 (1880)
- Date
- 1880-01-01
- Page
- Seite 145 (sequence 148)
- Language
- German
- Belongs to
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Die neueste Hypothese über den Priestercodex. 145 den Leviten gibt, sind diesen zur freien Verfügung gestellt (Num. 18, 30—31), und man begreift wohl, wie die Priester des zweiten Tempels, welche dieses levitische Einkommen für sich erlangt hatten, zu solch' hoher Macht sich emporgeschwungen. Dies kann aber nie und ninnner in der Absicht des?0. gelegen haben, der gerade diese bedeutendsten Abgaben nicht den Priestern, sondern nur den Leviten zum Erbtheil gab. Betrachten wir jetzt die Ausstattung des Klerus nach dein Deut, und den anderen Geschichtsquellen. Es werden außerhalb des?6. folgende Einkünfte der Priester namhaft gemacht: 1) Die Opfergefälle werden oft ohne nähere Bestimmung erwähnt. Nach 1. Sam. 2, 28 gehörten den Priestern ״alle Feueropfer der Kinder Israel" (כל אשי בני ישראל). Es scheint in Schilo Gebrauch gewesen zu sein, daß der Priester sich von jedem Sebach ein ansehnliches Stück nehmen durfte (das. 2, 13—16). Dieses Sebach ist wohl nicht identisch mit dem Schelamim*), wovon der Priester nach?0. Brust und Schenkel erhielt. Den Priestern gehörten ferner die Schaubrote nach 1. Sam. 21, 7, die Sündopfer nach Hosea 4, 8 (vgl. den jüngst erschienenen Commentar Nowack's zu dieser Stelle) und die aus Mazzoth bestehenden Speiseopfer (2. Kön. 23, 9). Solche Opfertheile *) In der Voraussetzung, daß Sebach im B. Sam. identisch mit Schelamim sei, hat die Kritik 1. Sam. 2, 13—16 im Widerspruche mit dem PC. gefunden und haben auch die alten Comment. bei dieser Stelle zu der gezwungenen Erklärung sich genöthigt gefühlt, daß die Söhne Eli's außer den ihnen gebührenden חזה ושוק noch andere Stücke widerrechtlich sich angeeignet. Allein daß Schelamim nicht immer identisch ist mit einfachem Sebach dürfte ans Stellen wie Richter 20, 26; 21, 4; I.Sam. 10, 8 zur Genüge hervorgehen. זגנח ist in den BB. Sam. ein Opfermahl, das Hauptfachlich vom Zehnten des Viehes veranstaltet wurde. Kuenen (a. a. O.) darf gegen den Viehzehnten noch so viele Einwendungen haben, — der Umstand, daß Jacob, dessen ganzes Vermögen hauptsächlich in Vieh bestand, den Zehnten von Allem gibt (Gen. 28, 22), verbirgt uns dku Gebrauch des Viehzehnten im höchsten Alterthum. Der Viehzehut wurde aber zu heiligen Mahlzeiten verwendet, wovon der Priester gesetzlich gar nichts erhielt (vgl. Maimon. h. Bechorot VI, 4). Merkwürdig ist, daß sowohl nach LXX zu 1. Sam. 1, 21 als auch nach Iosephuö ant. V, 10, 3 auch Elkana nach Schilo den Zehnten b rächte. -