Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 7 (1880)
- Issue
- 1 (1880)
- Date
- 1880-01-01
- Page
- Seite 144 (sequence 147)
- Language
- German
- Belongs to
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144 Hoffmann den Zehnten bekommen, ab und betrachten nur die Abgaben, die für die Priester im engern Sinne im?6. vorgeschrieben sind, so wird es sich zeigen, daß sie die im Deut, und den anderen Gefchichtsquellen verzeichneten Einkünfte der Priester an Quantität nicht übertresfen, an Werth aber hinter jenen weit zurückstehen. Zunächst muß in Betracht gezogen werden, daß der?0. nur die Opfer eines einzigen und zwar des Centralheiligthums den Priestern zutheilt; sei es, daß er die Einheit des Heiligthums voraussetzt, sei es, daß er überhaupt nur für das Centralheiligthum seine Vorschriften ertheilt, wie dies oben Jahrg. 1879 S. 90 und S. 228 auseinandergesetzt. Ueberdies ist der Genuß der Opfertheile, die Erstgeburten mitbegriffen, örtlich und zeitlich beschränkt. Die Opfer durften nur in der Stadt des Heiligthums, zum großen Theile nur im Vorhofe des Tempels, gegessen werden (Lev- 6, 9; 19; 7, 6). Alle Opfertheile (selbst die vegetabilischen) durften nur am Tage der Darbringung, höchstens noch am darauf folgenden Tage gcgesien werden. Was übrig blieb, mußte verbrannt werden (Lev. 7, 15—17; 8, 32, vgl. Josephus aut. III, 9, 3 u. 9). Die den Priestern zukommenden Abgaben bestehen nach PC. fast nur in Lebensmitteln, die sämmtlich heilig und nur von den Priestern und deren Angehörigen gegessen werden dürfen. ״Jeder Fremde darf nichts Heiliges essen, selbst der Beisaß eines Priesters und sein Miethling darf nichts Heiliges essen" (Lev. 22, 10). Als Heiliges werden aber alle priesterlichen Antheile des PC. bezeichnet, selbst der zehnte Theil vom Zehnten, den der Levit an den Priester entrichtet, nicht ausgenommen (Num. 18, 29). Viele Opfertheile durften nur von den Männlichen der Söhne Aharons gegessen werden (Lev. 6, 11; 22; 7, 6).*) Der PC. bietet also den Priestern fast nichts weiter als Lebensmittel, die nicht veräußert werden können und daher wohl die Diener des Heiligthums vor Noth und Nahrungssorgen schützten, aber keineswegs Reichthümer verschaffen und zu Macht und Ansehn verhelfen konnten. — Nur die Zehnten, welche der PC. *) Im unreinen Zustande, der bei den vielfache» Reinheitsgesetzeu de« kV. nicht selten eintraf, durfte» überdies auch die Priester bei Strafe der Ansrottnng nichts Heiliges esse» (Lev. %‘i, 3 ff.).