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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1880-01-01 · 1 (1880) · p. Seite 143

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
7 (1880)
Issue
1 (1880)
Date
1880-01-01
Page
Seite 143 (sequence 146)
Language
German
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Die neueste Hypothese über den Priestercodex. 143 der nicht den Leviten gegeben, sondern vom Eigenthümer zu Opfermahlzeiten verwendet wurde. Dies scheint mir die Begründüng der jüdisch-traditionellen Ansicht zu sein.*) Doch wer auch dieser Ansicht nicht folgt, wird dennoch den Ausgleich zwischen dem Deut, und Lev. 27 einerseits und Num. 18 andererseits darin finden, daß in letzterem Abschnitt selbst die gegebenen Bestimmungen als eine Modification des frühem sinaitischen Gesetzes dargestellt werden. — Ob diese Modification durch den Aufstand des Korach oder durch die Erwählung der Leviten zum Dienste anstatt der Erstgeborenen veranlaßt worden, bleibe hier unerörtert. Es genügt uns, nachgewiesen zu haben, daß ursprünglich im sinaitischen Gesetze die Priester-Einkünfte des?6. nicht wesentlich verschieden von denen des Deut.'s sind. Doch betrachten wir den sogenannten Priestercodex im Ganzen! Ist da in der That für die materielle Ausstattung der Priesterschaftim Uebermaße gesorgt? — ״Es ist unglaublich," meint Well- Hausen (S.164), ״was am Ende Alles abgegeben werden muß ... Die Priester bekommen alle Sünd- und Schuldopfer, den größten Theil der vegetabilischen Zugaben,**) die Haut vom Brand-, Keule und Bug vom Mahlopfer, außerdem die Erstgeburten, sodann Zehnten und Erstlinge in doppelter Form." — Sehen wir aber von den Leviten, die doch nach dem Pentateuch allein *) Diese Ansicht scheint auch in 2. Chronik 31, 6 eine Stütze zu haben, denn unter vvpv daselbst ist wahrscheinlich der talmudische zweite Zehnt zu verstehen, wie in den Targumim der 2. Zehnt u. Viehzehnt מעשר קדשיא genannt wird (vgl. Onk. und Jon. zu Num. 5,10 u. Deut. 12, 26). Die Benennung ist passend, da dieser Zehnt nur in der heiligen Stadt und in Reinheit verzehrt, wahrend der erste Zehnt von den Leviten ganz wie Profanes behandelt werden durste. — Philo weiß von diesem zweiten Zehnten gar nichts, ein Be. weis, wie unbekannt ihm die palästinensische religiöse Praxis war und wie seine Angabe über den Viehzchnten nicht der Praxis entnommen sein kann. **) Soll heißen ״allervegetabilischen Zugaben der Brand- und Mahlopser«, da Sünd- und Schuldopser keine vegetabilischen Zugaben bekamen. Uebrigens beruht diese Annahme Wellhausens auf einem Jrrthum. Die Priester erhielten nur die separate Mincha, nicht aber die mit dem Trankopfer verbundene Zugabe-Mincha (מנחת נס:ים). Diese ward ganz aus dem Altar verbrannt, wie ich dies in der Abhdl. »der oberste Gerichtshof" S. 42 Anm. 5 unter Anderem auch aus Josephus nnt. 111, 9, 4 nnd das. III, 15 Ende überzeugend nachgewieseu zu haben glaube, vergl. auch Magazin 1677, S. 135.

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