Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 7 (1880)
- Issue
- 1 (1880)
- Date
- 1880-01-01
- Page
- Seite 142 (sequence 145)
- Language
- German
- Belongs to
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142 Hossmann tung aufstellen, daß nämlich Num. 18 nur das ältere sinaitischeZehntgesetz umändert und den Zehnten, anstatt beim Heiligthum zu derzehren, den Leviten zu geben befiehlt. Allein diese Annahme halte ich aus folgenden Gründen für unrichtig: Erstens, da nach Deut. 14, 29 der Zehnt des dritten Jahres außer den Leviten auch anderen Armen, Fremdlingen, Wittwen und Waisen vertheilt wurde, so wäre es kaum denkbar, daß in Num. 18 diese Vorschrift aufgehoben sei, damit fortan Alles den Leviten, den übrigen Armen aber gar nichts gegeben werde. Sodann ist der Zehnt in Deut. 14, 22 ff. heilig und darf nur in der heiligen Stadt verzehrt werden, während nach Num. 18, 30 f. der Zehnt von den Leviten ganz so wie der gewöhnliche Ertrag der Tenne und der Kelter an jedem Orte gegessen werden darf. Es ist daher richtiger, mit der jüdischen Tradition, die auch in der I-XX zu Deut. 26, 12, bei Josephus 4, 8, 8 und im Buche Tobit 1, 7 zu finden ist, anzunehmen, Num. 18 spreche von einem andern Zehnten, der als ותרומה (V. 24) vor dem Zehnten des Dcut.'s und des Lev. 27 abgeschieden wurde. Es galt dieser Zehnt als Erbbesitz (מתלה) der Leviten. Jeder Israelit hatte nämlich von vorne herein den zehnten Theil seines Erbackers nicht als sein, sondern als Gottes Eigenthum ('הרומה לה) zu betrachten, dessen Ertrag Er den Leviten geschenkt. So befiehlt auch Ezechiel 48, 8 ff. einen Theil des ganzen heiligen Landes als החמה dem Herrn abzusondern. Nach Num. 18 aber soll diese Theruma, auf die einzelnen Erbäcker vertheilt,*) als unmittelbar nach der Eroberung des Landes für Gott abgesondert gedacht werden. Von dem, was Jedem noch nach dieser Absonderung des Theruma- Zehnten als Eigenthum verblieb, hatte er dann den Ertrag jedes Jahres zu verzehnten, und dies war der zweite Zehnt,**) *) Daß die Israeliten diesen Theruma-Theil, der doch den Leviten gehört, selbst bestellen müssen, dürfte eben als Aequivalent dafür gelten, daß die Leviten wieder für ganz Israel den Dienst am Heiligthum verrichten (Num. 18, 21). **) Bekanntlich geben noch heute viele Israeliten zuerst den Zehnten vom Capital und dann immer den Zehnten von den Zinsen oder dem Ertrage des Capitals an die Armen.