Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 7 (1880)
- Issue
- 1 (1880)
- Date
- 1880-01-01
- Page
- Seite 139 (sequence 142)
- Language
- German
- Belongs to
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Die neueste Hypothese über den Priestercodex. 13» bei Erzählung der Begebenheiten von 2. Chron. 6. 31 ״den Zehnten von Vieh und Schafen" (V. 6) geflissentlich wegläßt.*) Die Mischna endlich (wie die gesammte talmudische Literatur) lehrt entschieden, daß der Viehzehnt nicht den Priestern gegeben, sondern wie der zweite Zehnt vom Eigenthümer zu Opfermahlzeiten verwendet wird (vgl. Mischna Sebachim V. 8). Betrachten wir jedoch den Abschnitt Lev. 27 an und für sich, ob es sich da um Abgaben an die Priester oder um solche an den Ewigen oder das Heiligthum handelt. Zuerst wird der Fall besprochen, daß Jemand die Werthschätzung einer Person (ערך נפש) dem Ewigen zu weihen gelobt (VV. 2 — 8). Solche und ähnliche Weihungen sollten zur Zeit des Königs Joas die Priester nehmen und dafür die Reparaturen am Tempelgebäude besorgen lasten. Doch die Priester zogen es vor, um letzterer Verpflichtung enthoben zu sein, lieber das Geld nicht anzunehmen. Die Spenden flössen darauf direct in die Tempelkaffe, und die Priester hatten nicht im Geringsten damit zu thun. Nur das Geld für אשם und חטאת gehörte den Priestern (2. Kön. 12, 17 vergl. Mischna Schekalim VI, 6). Daß das Gesetz in Levit. 27 diese Wei- Hungen nicht den Priestern zutheilen will, geht schon daraus hervor, daß nach V. 8 wohl bei einem Armen die Zuziehung eines Priesters zum Behufe der Schätzung erforderlich, sonst aber der Priester ganz entbehrlich ist, weil die Taxe bestimmt und direct in den Tempelschatz (Josua 6, 24) abzuliefern war, der nicht den Priestern, sondern dem Staate zu Gute kam (1. Kön. 14,26; 15, 18; 2. Kön. 18, 15). — In Lev. 27, 9-13, das über Vieh- Heiligungen handelt, kann noch weniger von Abgaben an die Priester die Rede sein, da nach den Bestimmungen in VV. 9—10 jedes geheiligte Thier, das geopfert werden kann, einzig und allein als Opfer im Heiligthum dargebracht werden soll. Das Opfer aber wird, je nachdem es ein Ganzopfer oder Friedensopfer ist, entweder ganz auf dem Altar verbrannt oder vom Eigenthümer zu heiligen Mahlzeiten verwendet, wovon dem Priester nur einige Theile zukommen. — Lev. 27, 14—25 gibt *) Merkwürdig ist auch die syrische Übersetzung zu 2. Chron. 31, 6. 10*