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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1880-01-01 · 1 (1880) · p. Seite 63

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
7 (1880)
Issue
1 (1880)
Date
1880-01-01
Page
Seite 63 (sequence 66)
Language
German
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Recensionen. 63 darüber sind, ob wir's mit einer göttlichen Vorschrift resp. einer הלכה למשה מסיני oder mit einem bloßen rabbinischen Ge- oder Verbote zu thun haben, unternahm es bereits der gelehrte, am Anfang des vorigen Jahrhunderts verstorbene Rabbi Elia aus Gallipoli, die in den Talmuden und Midraschim zerstreuet vorkommenden, von den Weisen getroffenen Anordnungen zu sammein und uns das Ergebniß dieses, Mühe erheischenden, umfassendes Wissen voraussetzenden Unternehmens in seinem Werke ידי אליהו (Konstantinopel 1727) mitzutheilen. Weil aber einerseits, wie Rabbiner Bloch einleitend bemerkt, die Quellen-Angäbe der daselbst behandelten hundert und zweiundsiebzig Tekanoth keine genaue und erschöpfende ist lind andererseits die in den talmudischen Schriftwerken genannten rabbinischen Jnstitutionen obige Summe bei weitem übersteigen und weil ferner unter diesen 172 dem Zahlenwerthe des Bibelwortes אצרנה עק״ב entsprechenden Anordnungen viele sind, die nachweislich nicht der talmudischen, sondern einer spätem Zeitepoche, der der Geonim angehören (vergl. §. 58, 152, 153, 154, 163), so sah sich unser Verfasser in Folge aller dieser Erwägungen zu der Herausgabe eines dem ספר ידי אליהו ähnlichen Werkes veranlaßt. Dasselbe soll in systematischer, geschichtlicher Reihenfolge sämmtliche seit Moses bis zum Abschluß des Talmud nach und nach entständeneu Tekanoth und Geseroth eingehend entwickeln, die hierüber bei Vergleichung der babylonischen und palästinensischen Quellen häufig sich ergebenden Widersprüche erläutern und hierbei schließlich auf die spezielle Veranlassung zur Entstehung einer jeden Institution, sowie auf deren Codifizirung im Schulchan Aruch besondere Rücksicht nehmen. Das voluminöse, in klar verständlichem Hebräisch geschriebene und in schöner Ausstattung uns vorliegende Werk zerfällt in drei Theile, von denen der bisher erschienene erste Theil ungefähr 300 Oktavseiten stark ist und die Zeit von Moses bis auf Simeon den Gerechten, den letzten unter den Männern der großen Synode, umfaßt. Im zweiten Theile sollen die von den Mischnalehrern angeordneten Ge- und Verbote und im dritten die der Amoräer behandelt werden. Der deutlichen Uebersicht wegen theilt der Verfaffer das Werk in Kapitel (שערים) ein.

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