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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1880-01-01 · 1 (1880) · p. Seite 32

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
7 (1880)
Issue
1 (1880)
Date
1880-01-01
Page
Seite 32 (sequence 35)
Language
German
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32 Steinschneider seiner Gerechtigkeit belohnen, nach seiner Bosheit bestrafen werde; und dies ist eine Vollkommenheit der göttlichen Lehre. — Ihre Lehre in der erwähnten Schrift macht es aber umgekehrt: sie stellt absolut auf, daß alle Handlungen des Menschen von Gott ermessen sind (משוערות) auch alle Dinge der Welt, und zwar an vielen Stellen der Schrift, z. B.: ״Und wollten wir, daß die Seele nicht irre, so hätten wir sie geleitet. — Gott führt irre, und leitet, wen er will. — Jedes Ding haben wir nach Maaß geschaffen. — Und jedes Ding ist bei ihm im Maaße sgemessen). — Es ging kein Ereigniß auf Erden und Nichts in euren Seelen vor, so es nicht im Buche", und viele derartige Aussprüche der Schrift, daß die Veränderungen (תנועות) der Welt von Gott ermessen sind. — Auch giebt's Widersprüche in ihrer Schrift; denn es giebt [ba] Aussprüche, welche lehren, daß der Mensch ein freies Wesen sei, und einen Antheil (קנין) an den Dingen habe, die möglich und nicht nothwendig sind, und zwar heißt es an vielen Stellen: ״Wie ihre Hände erwarben" oder ״erwerben werden;" nicht aber: ״Was Ich (Gott) erworben", oder ״erwerben lassen". Diese Aussprüche zeigen, daß die Dinge möglich sind, der Mensch durch seine Freiheit sie erwerbe. An vielen Stellen aber sfindet sich) Widerspruch zwischen Anfang und Ende, z. B.: ״Da euch ein Nachtheil getroffen, nachdem ihr seinen Vortheil, doppelt so groß) erlangt, sagtet ihr: ״Woher dies?" Sprich so Muhammed!): ״Es kömmt von euch selbst."" Bald darauf heißt es aber: ״Was euch am Tage des Zusammentreffens (beider) Karawanen getroffen, ist durch Gottes Absicht (geschehen)"; wodurch dem erstenAusspruch widersprochen wird. So heißt es: ״Was dich Gutes getroffen, ist von Gott, was dich Böses getroffen, ist von dir selbst." Der Anfang dieses Ausspruches lehrt die Nothwendigkeit (החיוב), das Ende die Freiheit. So giebt es (auch) einander widersprechende Tradition en (ספורים), z. B.: ״sJedes Kinds wird geboren mit der snatürlichen Anlage); aber sein Vater macht es zmn Juden oder Christen"; ferner: ״Ich habe Diese für Dschinnen sdas Paradies) erschaffen, und sie thun wie die Besitzer eines Dschinn (Paradiesesbewohner), und habe Jene für's Feuer ersckaffen, und sie thun wie die für's Feuer Bestünmten." Daher tvaren diese Aussprüche ihren Weisen schwierig, indem sie erkannten, die erste Tradition lehre, daß die

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