Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 7 (1880)
- Issue
- 1 (1880)
- Date
- 1880-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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Islam und Judenthum. 31 auch eine Affirmation (אימות) sei. Dies ist aber falsch: denn er wird nur vom Zweifel gebraucht. — Auch in ihrer Schrift — welche zwar die Weltschöpfung in der Zeit erwähnt, indem es heißt: ״EUer Herr ist Gott, der Himmel und Erde in sechs Tagen erschaffen," — ist doch nicht absolut gesagt, daß sie aus Nichts geschaffen sei; sondern es scheint nach derselben, daß die Welt ein von Ewigkeit her Bestehendes (ענין קדום לעולם) sei; denn sie erzählt von Gott während des Werdens der Welt, daß sein Stuhl (ערשו) oder seine Hütte (סוכתו), d. h. der Thron der Herrlichkeit (כסא הכבוד), über dem Wasser gewesen, und ibnRoschd der Jüngere führt in dem Buch der physikalischen F o r - schungen diesen Ausspruch als Beweis für die Anfangslosigkeit der Welt an. Ferner heißt es sim Korans: ״Er blickte zu den Himmeln und sie waren Rauch." Jbn Roschd, derRicht e r, meint, man müßte hievon nichts dem gemeinen Volke *) erläutern, und es sei Unrecht, dieses auf etwas Anderes als das G l e i ch n i ß zu leiten, weil sonst die Religionswissenschaft (החכמה ההורית) aufgehoben werde; denn gäbe man dem gemeinen Volke als Ansicht der Lehre von der Welt (diejenige), daß diese entstanden, aus nichts und nicht in der Zeit erschaffen sei: so wäre dies Etwas, was nicht der Weise, vielweniger das gemeine Volk sich vorstellen könne. — So weit seine Worte. — Er meint also, man müsse de»n gemeinen Volke das Erschaffensein der Welt dahin erklären, daß Gott, gelobt sei er! Ursache derselben sei und über sie fürsehe. (D) In Beziehung auf die dem Menschen über seine Handlungen gegebene Freiheit (דשות), welche die vollkommene Thora absolut hinstellt: ״Und wähle das Leben" (5. M. 30, 19), so ist dies das Princip (שדש) der ganzen Thora in Beziehung auf Lohn und Strafe. Rücksichtlich des W i s s e n s G o t t e s von dem, was der Mensch wählen werde, ließ sie die Sache unbestimmt (מתום) für die in der Speculation sich Vertiefenden; ja durch Annahme einer Prüfung (נמיון) nimmt sie der einfachen Auslegung nach, fast Gott das Wissen, damit sich um so mehr bewähre, daß der Mensch ein freies Wesen (כעל כחידה) sei, und (Gott) ihn nach 1) Bgl. Müller S. 84 und die Note au^Cod. Leyden 15 s. 186bt