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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1880-01-01 · 1 (1880) · p. Seite 22

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
7 (1880)
Issue
1 (1880)
Date
1880-01-01
Page
Seite 22 (sequence 25)
Language
German
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22 Steinschneider der Anfang der Zehngebote: ״Ich bin der Ewige dein Gott u. s. w." (2. M. 20, 2, — s. M. 5,6), — welcher das Dasein und die Einheit lehrt, wie ich im Isten Theil sdes Magen Abot] dargethan: so setzte M. auch jenen Spruch anstatt des ״Schema“ sHöre u. s. w.j ein. In diesem Glauben ist also zwischen uns und ihnen, wie zwischen uns und den Philosophen, gar keine Differenz; und obzwar sie nicht in die Geheimnisse der Merkaba sdes Himmelsthrones, der Theosophiej eindrangen, wie die Propheten Israels, und in die Geheimnisse der Namen (שמות), wie die Weisen der Kabbala: so schadet dies doch dem Glauben nicht, und wir halten auch Niemand für ungläubig, der nicht ״ins Paradies eintrat" [jene Geheimnisse erkanntes, sondern sagen bloß, daß es ihm an Wissen fehle; und hätten sie keinen andern Fehler als den Wissensmangel; so würden sie irr unseren Augen nichts verlieren, nachdem sie die Grundlehren des Glaubens (שרשי האמונה) annehmen. (B) In Beziehung auf Unkörperlichkeit, welche eine Grundlehre unseres Glaubens ist, bemerkte ich auch, daß heute die Mehrzahl ()המו) ihrer Weisen vollkommen daran glaube und annehme, was wir annehmen. Denn der Glaube an die Einheit bedingt die Unkörperlichkeit, indem jeder Körper theilbar, jedes Theilbare ein Mehrfaches, Gott aber nicht mehrfach, folglich unkörperlich ist. Ebenso hat er auch keinen Ort, denn alles Oertliche (מתקומם) ist begrenzt (מוקף), nämlich vom Raume; alles Begrenzte ist aber körperlich, der unkörperliche Gott hat also auch keinen Ort. Dies ist gegenwärtig ihr Glauben darüber. Allein sie verfielen nicht auf diesen Glauben, weil etwa die Verse der ihnen überlieferten Schrift dazu zwängen; sondern weil sie die Beweise der Wissenschaft darüber bemerkten, nahmen sie ihn von uns [tmb] den Philosophen an; ihre Schrift aber schreibt Körperlichkeit und Oertlichkeit Gott zu, der über Alles dies erhaben! Obzwar nun unsere heilige und vollkommene Thora metaphorisch und tropisch (דדך העברה והשאלה) von Gott körperliche Bezeichnungen gebraucht: so geschieht dies doch nur aus einer Nothwendigkeit der Sprache, weil kein körperliches Wesen andere als körperliche Ausdrücke versteht. Es gab uns aber die vollkommene Lehre den wahren Grundsatz (שורש) darüber, daß sie

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