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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1880-01-01 · 1 (1880) · p. Seite 12

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
7 (1880)
Issue
1 (1880)
Date
1880-01-01
Page
Seite 12 (sequence 15)
Language
German
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12 Steinschneider Darum behaupten sie auch gegen die Christen, daß die Gottheit Jesus' nicht zu glauben sei wegen des Todtenbelebens, da auch Eliah und Elisa Todte belebten, ohne Gottheiten zu sein, und nicht, daß Maria vom h. Geist empfangen, weil auch Adam aus Staub durch den h. Geist geworden, ohne eine Gottheit zu sein. So erwidern wir auch Jenen, daß Muhammed's Wunder, wenn er ste gethan, kein Beweis, daß er ein religionsbegründender Prophet (nun נביא) war, weil auch die anderen Propheten Wunder verrichtet, ohne Religionsbegründer zu sein. Auch sagen sie selbst, daß nicht seine Wunder der Beweis für seine Lehre; denn ein Stamm Namens Ko reis ch verlangte von ihm ein Zeichen (für seine Lehre), und er spaltete ihnen den Mond in zwei Hälften; dennoch glaubten sie nicht an ihn, und verlangten andere Wunder von ihm; er that sie aber nicht. Dies berichtet ihre Schrift selbst im Namen Gottes: ״Es hielt uns nur ab Wunder zu senden, daß die Alten sie Lügen straften." Sie erklären aber, daß das Lügenstrafen nach dem Mondspalten stattgefunden. — Du machst aber Alles dies zu nichte (folgendermaßen) (oder: Du erkennst das Alles): Wären dies wahrhafte Wunder, warum ließen sie nicht eine Spur zurück durch Einsetzung des Tages der Mondspaltung zum Festtage, wie wir den Tag der Meeresspaltung feiern? (2.) Einen anderen Beweis für die Wahrhaftigkeit seiner Sendung führen sie von den in dem Buche vorkommenden Gegenständen, welche alle Vollkommenheit enthalten in Beziehung auf den Glauben an Gott, sein Dasein und seine Einheit, die Leitung des Volkes durch vorzügliche Handlungen, die Offenbarung seitsamer Dinge von der letzten Glückseligkeit und der letzten Pein, — Alles dies die menschliche Forschung übersteigende Gegenstände. Das ist aber nichtig. Was die Dogmen betrifft, wenn Vernunftgründe dafür sind, so ist die Thora (darin) zuvorgekommen und hat er (Muh.) das Gute in seinen Worten von dort entnommen; auch sind ihm die Weisen der Völker darin vorangegangen, denn die Wissenschäften waren zu seiner Zeit in Griechenland schon vollkommen. Giebt's keinen Vernunftgrund dafür; so ist es auch unerwiesen, daß es nicht seine Erfindung sei.

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