Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 6 (1879)
- Issue
- 1 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- Seite 265 (sequence 268)
- Language
- German
- Belongs to
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Zur Geschichte der hebräischen Punktation. 265 chen sollten; er sagte zu ihnen: kemas pumak, ״schließe deinen Mund," oder: pstak pumak, ״öffne deinen Mund," je nachdem sie £ oder ein a auszusprechen hatten. Es würde sich dann ebenso mit den beiden anderen Zeichen verhalten, bei denen der Lehrer den Schülern befahl: zere pumak, ״öffne deinen Mund weit," und segal pumak, ״runde deinen Mund."*) Die Namen der Zeichen leiten also ihren Ursprung von diesen Imperativen ab, was besonders das lloä des Wortes zsro erklärt; wenn diese Imperative, nachdem sie Gattungsnamen geworden sind, anders ausgesprochen werden, so kommt dies daher, daß man den ersten Buchstaben jedes Namens der Vokale den Vokal selbst geben wollte, den der Buchstabe bezeichnen sollte. Wir gehen jetzt zu den drei letzten Vokalen über, deren Be- Zeichnung durch Punkte im Text weniger dringlich war, da Jod und Waw sich oft geschrieben fanden. Indessen war es gegen den Charakter der heiligen Schrift, ein Wort plene zu schreiben, für das die Tradition eine soriptio defectiva festgesetzt hatte. Man nahm deshalb schließlich seine Zuflucht zu dem andern von den Orientalen angewandten graphischen Mittel, zu Punkten. Man setzte den Punkt unter den Buchstaben für i, über denselben für ö, und in die Mitte desselben für u. Doch konnte man, in Bezug auf u, dies letztere Hülfsmittel nur dann anwenden, wenn ein Waw auf den Konsonanten folgte; in den anderen Fällen war der Platz schon durch das Dagesch (Verdoppelungszeichen) besetzt, das also älter war als die Einführung der Vokalzeichen. Man setzte dann die Punkte (-..) unter den Buchstaben, was nach unserer Ansicht nur eine bildliche Bezeichnungsweise des Punktes der Mitte ist, indem man ihn zwischen zwei andere Punkte stellt. **) Anderntheils ist in der babylonischen Punktation, die immer den Raum über dem Buchstaben einnimmt, das i durch einen Punkt über dem Buchstaben, das ö durch einen zweiten Punkt über dem ersten (.), und das u durch einen kleinen senkrechten Strich (!) bezeich- *) S. Derenbourg, Manuel du lecteur, S. 160. ff. **) So haben wir den Ursprung des SobureL schon angegeben im Journ. asiat., 1866, II. S. 413, Anm.