Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 6 (1879)
- Issue
- 1 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- Seite 264 (sequence 267)
- Language
- German
- Belongs to
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264 Zur Geschichte der hebräischen Punktation. der Konsonanten selbst einzuführen;*) aber diese Nebeneinanderstellung syrischer und griechischer Buchstaben erschien so wunderlich, daß man bald darauf verzichtete. Wir würden geneigt sein, das Zere und Segol von einer neuen Umformung des Patach abzuleiten und zu denken, daß man beim erstem (״) nur die beiden Enden des Patach beidehalten hat, und daß man bei dem zweiten ( •) den beiden Punkten des Zere zuerst eine schräge Richtung gegeben (-.) und dann den dritten Punkt nur hinzugefügt hat, um besser den Platz der beiden anderen zu bezeichnen. Was uns in dem Gedanken, daß dies der Ursprung des Legal gewesen, bestärkt, ist die babylonische Punktation, in der, neben Zers (״), das Legal seine beiden schrägen Punkte bewahrt hat, wohlverstanden, alle beide über dem Buchstaben. Wenn wir außerdem diese beiden Vokale lieber mit Kamez und Patach in Verbindung bringen, so geschieht es, weil die Massoreten das Zere kleines Kamez und das Legal, kleines Patach nennen, und weil sie den Namen eines andern Vokals noch nicht erwähnen. Wenn sie davon reden, so setzen sie nur AM + Jod, oder Alef-|- Waw als die Bestandtheile, aber sie sprechen weder von Chirek noch von Cholem. Nichtsdestoweniger wissen wir, daß man versucht sein kann, die beiden e mit dem Laut i in Verbindung zu bringen. Die Namen der vier Zeichen, von denen wir gesprochen haben, sind augenscheinlich jünger als die Zeichen selbst, aber sie erklären sich vollständig aus dem Ursprung, den wir für diese Zeichen angenommen haben. Eine Stelle des Targum (Hohelied VIII, 14) wirst ein Helles Licht auf die beiden ersten Namen; es ist dort die Rede von einem Thiere, welches schläft, indem es ein Auge geschlossen (kernig) und das andere offen hat (petiah). Die Gegenüberstellung der beiden Wurzeln bringt uns auf den Gedanken, daß die Namen der beiden Zeichen von dem Befehl Herkommen, den der Lehrer den Kindern gab, wenn sie die Konsonanten mit dem einen oder dem andern Vokal ausspre- *) Wright (Catal. of the Syriac Manuscripts in the British Museum III, S. 1168 ff. — Martin, Jacques d’Bdesse et 168 voyeiles Syriennes, S. 455 ff.