Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 6 (1879)
- Issue
- 1 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- Seite 266 (sequence 269)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2572068-2572075-2572076--0920-2573066- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
266 Zur Geschichte der hebräischen Punktatiou. net, offenbar ein kleines Waw, das man der Bezeichnung durch drei übereinander gesetzte Punkte vorzog. Die drei für diese drei Vokale angenommenen Namen sind ebenfalls Wurzeln entlehnt, welche durch die Zähne oder die Lip- Pen hervorgebrachte Laute bezeichnen. Das i heißt Chirek, weil charak knirschen oder einen scharfen Laut mit den Zähnen her- Vorbringen bedeutet (Ps. 35, 16; Job 16, 9; Klagelied. 2, 16); obalam, wovon der Name 611016m für 6 kommt, bedeutet zusammenpressen, und man findet den Ausdruck zimnin dehalim sifwateh, ״oft preßt er seine Lippen aufeinander" (Cholin 123b); für schurek endlich, das u bezeichnet, kann man den Targum zu Klagel. 2, 15. 16 citiren: schericku besifwathon, ״sie pfiffen mit ihren Lippen." Die drei letzten Namen sind also wie die vier ersten den durch die Organe zur Hervorbringung der Laute gemachten Bewegungen entlehnt. Diese sieben Namen finden sich, so viel wir wissen, zum ersten Male zusammen bei Saadia (930) in seinem Kommentar zum 86561 Jezirah*) erwähnt. Es sind die einzigen beglaubigten Namen. Denn der Name 8ob6b6r, den man später findet, ist nur eine Uebersetzung des arabischen Kesra, und ist aus unseren Grammatiken verschwunden; ebenso ist Lübbuz für 8obur6k fremden Ursprungs, gleichbedeutend mit dem arabischen Dhamma; und indem sich dieser Namen neben dem hebräischen erhielt, um einen Unterschied zwischen dem durch den Punkt im Waw und dem durch drei Punkte unter dem Buchstaben bezeichneten u zu machen, hat er lange eine bedauerliche Verwirrung in der hebräischen Lautlehre hervorgebracht. Als Schluß unseres Artikels behaupten wir daher: 1) daß weder die Zeichen noch die Namen der Vokale den Gelehrten vor dem 8ten Jahrhundert bekannt waren; 2) daß das System der Vokalpunkte aus den Elementarschulen hervorgegangen ist, wo sich die Lehrer ihrer für den Unterricht der Kinder bedienten; 3) daß die Mafforeten es fast fertig vorfanden, als sie sich desselben bemächtigten, um es zu ordnen und Jrrthümer in der Aus- *) Die Stelle ist vollständig citirt in verenbourA, Manuel du lecteur S. 207, Anm.