Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 6 (1879)
- Issue
- 1 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- Seite 262 (sequence 265)
- Language
- German
- Belongs to
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262 Zur Geschichte der hebräischen Punktation. macht Wie seine Schwestersprachen; es hat sich derselben oft bedient, des einen zur Bezeichnung der Laute o und u, des andem für i und die verschiedenen 6. Der Gebrauch dieser Vokalbuchstaben hat sich, wie bemerkt worden ist, in dem Maße vermehrt, wie die Sprache veraltete, sich verderbte und in Verfall gerieth. Wenn ihre Zahl in den Büchern der Schrift verhältnißmäßig noch unbeträchtlich ist, so sind sie dagegen in den neuhebräischen Texten, wie in der Mischnah, sehr verbreitet. Nur in Bezug auf Alef hat das Hebräische nicht denselben Weg wie das Syrische und besonders das Arabische einschlagen können; denn dieser Buchstabe tritt im Hebräischen niemals als Servilbuchstabe zwischen zwei Radikale eines Wortes, noch ersetzt er, wie im Arabischen, in den concaven Wurzeln, den zweiten Radical, Waw oder Jod. Indessen scheint man den Versuch gemacht zu haben, das Alef für den Laut a zu verwenden, und die Bibel bietet eine gewisse Anzahl mit Alef als Vokalbuchstabe geschriebener Wörter.*) Aber diese seltenen Beispiele finden sich nur für schwache, mit zwei Radikalbuchstaben geschriebene Wurzeln. Ein in eine dreibuchstabige Wurzel eingefügtes Alef, wie wenn man katab mit kaf, alef, taw und bet geschrieben hätte, wäre als Mißgestaltung angesehen worden.**) Das einzige Mittel, das in diesem Falle blieb, war, unter den Buchstaben, der mit a gesprochen werden sollte, ein kleines Alef zu setzen, dem man einen seiner zwei Seitenstriche nahm (א), und dessen schräger Querstrich zuletzt eine wagerechte Richtung annahm, um sich besser dem untern Querstrich desjenigen Buchstaben anzupaffen, zu dem es gehörte. Dies ist, unserer Meinung nach, der Ursprung des Kamez (t), dessen Natur man bis heute verkannt hat.***) Bei dem gewöhnlichen a, *) Diese in der Massorr gesammelten Beispiele finden stch bei OlShansen, Lehrbuch der hebr. Sprache S. 71. **) Der Anblick eines mandäischen Textes zeigt, wie sehr da« häufige Einschieben dieses Buchstaben die Wörter unkenntlich macht. Die Talmude enthielten früher viele solcher Alef, die man in den Ausgaben unterdrückt hat, wie man in den Handschriften alter Werke sehen kann, in denen Talmudstel» len citirt find. ***) Der untere Seitenstrich des Alef fehlt regelmäßig , wenn dieser Buch» stabe mit Iiamed verbunden ist. Auf einer Herrn Clermont-Ganneau gehö»