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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1879-01-01 · 1 (1879) · p. Seite 261

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
6 (1879)
Issue
1 (1879)
Date
1879-01-01
Page
Seite 261 (sequence 264)
Language
German
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Zur Geschichte der hebräischen Punklation. 281 Lautbezeichnung immer mehr entwickelt und in Folge der wachsenden Unwissenheit der Menge wären mit Zeichen versehene Bibelfragmente oder ganze Bücher aus dem Innern der Schulen hervorgegangen, um sich in der jüdischen Welt zu verbreiten, so begreift man leicht, daß je nach den größeren oder geringeren Kenntnissen der Lehrer die Abschriften mehr oder weniger korrekt sein konnten, und daß alsdann unterrichtete, mit den Ueberlieferungen vertraute Männer, Mafforeten, die genaue Feststellung der richtigen Lesarten unternehmen mußten, indem sie sich eben dieser Zeichen bedienten, die zuletzt bei dem Publikum gebräuchlich geworden waren. Wer könnte, wer wollte in diesem Falle auf die Erfindung des Systems Anspruch erheben? Arbeiten dieser Natur vollziehen sich ohne äußere Einwirkung, allmählich; eines Tages findet man sie ausgeführt, ohne zu wissen wann, oder durch wen. Untersuchen wir nun, welche Zeichen sich dem Geist der Lehrer zuerst darbieten mußten. Ohne Zweifel dieselben, die zu allen Zeiten von den Orientalen gewählt worden sind. Verweilen wir einen Augenblick bei den anderen semitischen Nationen. Dasjenige Volk, welches bei der Umformung des gesprochenen Wortes in das geschriebene am sparsamsten mit seine» Schriftzeichen war, ist das phönizische. Es hat sich streng auf die Darstellung der Konsonanten beschränkt, ohne auf irgend eine Weise die Modalität des Wortes zu bezeichnen, wenn sich diese Modalität nur durch einen Vokal ankündigte; nadartou, nadarta, nadarti, nadarat, sind im Phönizischen durch die nämlichen vier Konsonanten bezeichnet. Wurde die Sparsamkeit nur auf dem Stein beobachtet? Wir würden ziemlich geneigt sein es zu glauben; aber da wir durchaus kein Fragment eines phönizischen Buches besitzen,, so können wir in dieser Beziehung nichts behaupten. Die anderen Nationen, wie die Syrer und Araber, haben sich frühzeitig gewisser Konsonanten bedient, die sich vermöge ihrer schwachen Natur am meisten den Vokalen nähern, um für das Auge den Laut zu bestimmen, der den Konsonanten begleiten sollte; es sind dies Alef, Jod und Waw, welche die Grammatiker des Mittelalters aus diesem Grunde matrss lectionis genannt haben. In Bezug auf Waw und Jod hat das Hebräische es ebenso ge-

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