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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1879-01-01 · 1 (1879) · p. Seite 259

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
6 (1879)
Issue
1 (1879)
Date
1879-01-01
Page
Seite 259 (sequence 262)
Language
German
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Zur Geschichte der hebräischen Punktation. 259 kann. Dieser Traktat handelt in einer großen Zahl seiner Kapitel von Allem, was auf das Abschreiben der heiligen Bücher Bezug hat. Mafforetische Anmerkungen sind reichlich darin vor- Händen. Aber vergeblich würde man die geringste Spur von graphischen Zeichen zur Angabe der Vokale oder der Accente suchen. Man muß also aus diesem Schweigen schließen dürfen, daß um das Jahr 700 die Punktation den Gelehrten eben so wenig bekannt war, wie um das Jahr 500. Wenn die Einführung der Vokalpunkte jünger ist als das Jahr 700, so wird die Unwissenheit, in der wir uns über die Ur- Heber, die Zeit und das Vaterland dieses großen Werkes befinden, nur noch unerklärlicher. Nach dem Schluß des Talmuds vergehen fast anderthalb Jahrhunderte, die in Dunkel gehüllt sind. Ohne Zweifel beschäftigte man sich damit, das große Sammelwerk, welches die letzten talmudischen Rabbinen ihren Nachfolgern hinterlassen hatten, zu studiren, zu verbessern, zu vermehren und mit Anmerkungen zu versehen; aber man kennt nur wenige dem 6ten Jahrhundert angehörige Originalarbeiten. Denn das 7te Jahrhundert, während dessen der junge Islam Syrien und Irak in Verwirrung stürzte, konnte wohl der Welt eine Ver einigung einsamer Gelehrten verbergen, die sich über die Widerwärtigkeiten der Zeit in stiller Zurückgezogenheit trösteten, wo sie sich dem Studium der Bibel und der Erfindung des Vokalsystems widmeten, um das Lesen und das Verständniß der Bibel zu erleichtern. Aber begreift man, wie im achten Jahrhundert, wo das Gaonat im voller Thätigkeit ist, da die Geschichte der jüdischen Literatur offen vor unseren Augen liegt, ein so wichtiges Werk plötzlich an's Tageslicht tritt, ohne daß man die Werkstätte kennt, in der es ausgearbeitet worden, und ohne daß man uns den Mann oder die Männer zeigt, die es unternommen haben? Die Schwierigkeit des Problems selbst, scheint es, muß uns gegebene Lesart scheint uns nicht unberücksichtigt bleiben zu dürfen. Man muß vielleicht übersetzen: betreffs des Gesanges Davids im Buche Samuel, betreff» der Psalmen, rc. — ordnet ein geschickter Schreiber (die Verse oder Zeilen) künstlich, indem er am Anfang und am Ende einen leeren Raum läßt. Je< densalls ist von Accenten keine Rede.

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