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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1879-01-01 · 1 (1879) · p. Seite 258

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
6 (1879)
Issue
1 (1879)
Date
1879-01-01
Page
Seite 258 (sequence 261)
Language
German
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258 Zur Geschichte der hebräischen Punktation. welchem fich der ein Jahrhundert später zwischen den oben erwähnten christlichen Theologen entstandene Streit bewegte. Es giebt Fragen, die, einmal aufgeworfen, nicht mehr umgangen werden können. Heute wird Niemand mehr dem Esra die Erftndüng der Vokalpunkte zuschreiben wollen. Aber man ist keinen Schritt über das durch den gelehrten deutschen Juden gewonnene Resultat hinaus gekommen. Nachdem er bewiesen hat, daß gegen das Jahr 500 unserer Zeitrechnung, d. h. zur Zeit der letzten Redaction des babylonischen Talmuds, die Punktation noch nicht existirte, hätte er uns sagen müssen, von wem oder wann dieses wichtige Werk unternommen worden ist. Das Problem wird noch schwieriger, wenn man sieht, daß zwei Jahrhunderte später, gegen 700, die Punktation in der gelehrten jüdischen Welt noch nicht bekannt gewesen zu sein scheint. Um diese Zeit ist in der Form, in der wir es heute besitzen, das berühmte kabbalistische Buch 8sker Jezirah verfaßt worden. *) Dieses Buch nun ist eine fortlaufende Allegorie über die Buchstaben des hebräischen Alphabets und über die Zahlencombinationen, zu denen sie sich gebrauchen lassen. Es kennt die fünf Organe, die der Articulation der Laute dienen, es giebt die sieben Buchstaben an, die einer zweifachen, verschiedenen Aussprache fähig sind; denn es fügt zu den sechs Stummlauten das Resch, **) und trotzdem erwähnt es die sieben Vokale nicht, die es sicher nicht zu benutzen unterlassen haden würde, wenn diese Zeichen damals existirt hätten. Die späteren Kabbalisten haben es wohl verstanden, jede Art mystischen und versteckten Sinnes daran zu knüpfen. — Es giebt noch ein anderes Werk, Massechet Soferim, ***) oder Traktat der Schreiber, dessen Redaction nicht über das achte Jahrhundert zurückgehen *) Steinschneider, Oatal. bibl. Bodleianae, col. 552—553. **) S. Derenbourg, Manuel du lecteur, p. 151, note 1, und besonders p. 187, note 1. (Auszug aus dem Journal asiatique, 1870, II.) ***) Dieser Traktat, der fich in allen Ausgaben des babylonischen Talmuds findet, ist soeben von Dr. Joel Müller mit kritischen und erklärenden Noten besonders herausgegeben worden (Leipzig 1878). — Bergt. Geiger, Zeitschrift für Wissenschaft und Leben, III, 94. — Soferim III, 7 handelt von dem Verbot, in einer Thorarolle den Versanfang durch einen weißen Raum oder einen Punkt zu bezeichnen. Ibid. XIII, 1, die von Norzi zu Sam. II, XXII, l

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