Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 6 (1879)
- Issue
- 1 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- Seite 255 (sequence 258)
- Language
- German
- Belongs to
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A«r ®cfcfiichte äer (W£>rüi|<f1en Dan^tation. Dr. I. Derenbourg in Paris hat in der Revue vritiguo vom 21. Juni d. I. im Anschlüsse an eine Besprechung der von Dr. Schneidermann verfaßten Schrift: ״Die Controverse des Ludovicus Cappellus mit den Buxtorfen, über das Alter der hebräischen Punktation (Leipzig, Hinrichs, 1879. 78 x. in 8")" eine lehrreiche Abhandlung über die Entstehung der hebr. Punktation gegeben, die wir (nach der vom Lehrer Herrn H. Plaut gefertigten Uebersetzung) auch dem deutschen Leserkreise zugänglich zu machen für Werth erachten: Dr. Schneidermann lenkt in dieser Arbeit unsere Aufmerksamkeit auf die Elemente eines Streites, der die Theologen des 17ten Jahrhunderts in lebhafte Aufregung versetzt hat. Es Handelte sich um das Alter der Vokalpunkte im hebr. Text unserer Bibeln. Die beiden Buxtorf, Vater und Sohn, bekannten sich zu der überlieferten Meinung, welche diese Zeichen mindestens bis auf die Zeit Esra's und der großen Synagoge zurückführt; Ludovicus Cappellus dagegen behauptete, daß, da weder die Kirchenväter noch die Weisen des Talmud irgendwo diese Zeichen erwähnten, man folgern müsse, daß die Vokalpunkte erst nach dem Sten Jahrhundert in den Text eingeführt worden seien. Es handelte sich hierbei um mehr als eine philologische Frage. In der That, wenn die Feststellung der Lesart des Textes so jung war, so verlor die Bibelexegese eine ihrer festesten Grundlagen. Ein semitisches Wort, das nur Konsonanten zeigt, läßt sehr verschiedene Auslegungen zu, sowohl hinsichtlich der Bedeutung der Wurzel als der Bildungsbuchstaben, die deren Modalität bestimmen. Die orthodoxen Baseler Professoren fragten sich mit Schrecken, welche Autorität in Zukunft eine Exegese haben könnte, die nicht nur auf einer so jungen Arbeit fuße, sondern auch im letztern Falle das gemeinsame Werk unbekannter Verfasser sei. Man besaß allerdings alte Uebertragungen; aber welche Sicherheit boten diese nach dem unpunktirten Text veran- 17*