Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 6 (1879)
- Issue
- 1 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- Seite 251 (sequence 254)
- Language
- German
- Belongs to
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Hebräische Papyrus-Fragmente. 251 לשבורי לב. Der deutliche Schluß verbindet in alter Typik die Auferstehung mit dem Regen (vgl. I. Hamburger, Realenchkl. für Bibel und Talmud, I, 1870 S. 127, 870). Die bekannte letzte, stereotype Phrase (vgl.ערץ neben קדוש Psalm 89,8) weist hin auf נעריצך ונקדישך, Einschaltung zum 3. Absatz des Musafgebets (vgl. Zunz, Literaturgesch. der synag. Poesie S. 13). Ein Regengebet für das Schlußfest nach dem Laubhüttenfest mit der gegebenen Jdeenverbindung hat der bekannte Elasar, vulgo Kalir (Zunz I. 0. 60), der etwa dem VIII. oder IX. Jahrh. angehört. Ein derartiges Regengebet, und zwar eines der ältesten, scheint hier vorzuliegen. Der erste Kenner und Darsteller der synagogalen Poesie, mein hochverehrter Freund Zunz, stimmt dieser Vermuthung bei und findet unser, ihm unbekanntes Stück auch in der Anlage eigenthümlich und sehr interessant. Jede Strophe beginnt mit einem, dem Buchstaben ב ähnlichen, aber größern, oben durch große Klammer ersetzten Zeichen. Sie besteht wahrscheinlich aus 8 sehr kurzen Zeilen mit durchgehendem Reim, wobei כה und כה mit Dagesch für die Ausspräche beachtenswerth. Die letzte (9.) reimlose Zeile besteht nicht aus einem unveränderten Bibelverse, sondern verwendet nur biblische Redensarten und Wendungen (Z. 7 Mal. 1,10 und Ps. 40, 7 - Z. 10 Ps. 92,2 und 49, 19 — Z. 13 Ps. 29,11), wie in den anderen Zeilen, so daß diese Beziehung ein wesentliches Mittel zur Entzifferung geboten hat (s. unten), auch für den Charakter beachtenswerth ist. Hinter dem letzten Worte scheint etwas in kleineren Lettern verwischt, vielleicht ein Hinweis auf das nun folgende eigentliche Gebet. Zu weiterer Ergänzung des Textes bemerke ich noch: Z. 11 scheint auch das dritte Wort ארוכה, oder ארבה (?); doch finde Seiten beschrieben, bietet fast nur einzelne Wörter, aber auch in diesen einige weitere Belege zu den obigen Bemerkungen; so auf einer Seite . . שמיים עליונים . . בפיהם עונים . . בו י מ ך . . גלוי כבודך, also Doppeljod, Reim und מימך plene, wie oben vermuthet. Aus der Rückseite mit kleinerer Schrift in einer Zeilenmitte למצח darüber ein נ, also למנצח, dann מ] זמור לדוד יהוד. אדני], also Anfang Psalm 6, aber für תנה הודך scheint ein einziges Wort zu stehen, welches ungefähr wie תניהך aussieht, das folgende על השמים ist deutlich. — Die Umschreibung hebräischer Wörter ist hier thei'lweise geändert. Im November 1879. Steinschneider.