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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1879-01-01 · 1 (1879) · p. Seite 231

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
6 (1879)
Issue
1 (1879)
Date
1879-01-01
Page
Seite 231 (sequence 234)
Language
German
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Die neueste Hypothese über den Priestercodex. 231 2, 1) ״ein Mann aus dem Hause Levi". Es ist dies ohne Zweifel das Haus Levi, das später zum Priesterthume berufen wurde. Nachdem das goldene Kalb gemacht war, sammeln sich die Söhne Levi's um Moses und bestrafen die Schuldigen. Moses sagt ihnen darauf, daß sie von nun an als Priester dem Ewigen geweiht sind (Exod. 32, 26—29). Hier kann nur an die Söhne Levi's, die Stammgenoffen des Moses, gedacht werden, es wird demnach ein Stamm zum Priesterthume berufen?) Dazu kommt noch, daß auch in Aegypten das Priesterthum erblich war. In Genes. 47, 22 wird gewiß nicht ohne Absicht erzählt, die ägyptischen Priester bekommen ein Bestimmtes (חק) von Pharao, wovon sie lebten; denn ebenso wird den israelitischen Priestern ein חק (ein bestimmtes Einkommen) von Seiten ihres Königs (d. h. Gottes) festgesetzt (Lev. 6, II; 7,.34 vgl. Magazin 1877 S. 18). — Wie kommt es ferner, daß sich gerade der Priesterstand in einen Erbklerus verwandelte, während die Gilden der Propheten und Nasiräer unverändert blieben? Außerdem, wenn das Deut, bestimmt die Erblichkeit des Priesterthums seit Moses voraussetzt, so kann ein grundloser Einfall diese Annahme nicht im Geringsten erschüttern. Vom Nordreiche wird allerdings ausdrücklich berichtet, daß die Könige nach Belieben die Priester wählten, dagegen in Judäa beim Kultus des Tempels finden wir nur ein einziges Beispiel, daß der Priester Ebiathar vertrieben wurde, weil er gegen Salomo sich aufgelehnt hatte; (aber an seine Stelle kam kein Fremder, sondern Zadok, der bereits früher unter David Priester war). Gerade diese Ausnahme setzt die Regel der Erblichkeit des Priefterthumes voraus. Es kann überhaupt nicht bezweifelt werden, daß am Centralheiligthum, sowohl zu Schilo als auch zu Jerusalem, das Priesterthum stets erblich war. Zu Schilo gehörte die ganze *) W. im Jahrbb. f. d. Th. 1676 S. 561 bezeichnet zwar mit Nöldeke die Stelle als Nachtrag; allein Deut. 10, 8 nimmt Bezug darauf, sie muß also jedenfalls vordeuteronomisch sein. Das איש בבנו ובאחיו (V. 29) hat mit Deut. 33, 9 so viel Verwandtes, daß man gegen W. erklären muß, der Segen Moses hat nicht einen Stand, sondern einen Priesterstamm zum Gegenstände. Der Ansicht, daß dieser Segen von einem Stande spreche, fehlt überhaupt jedwede Begründung.

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