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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1879-01-01 · 1 (1879) · p. Seite 230

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
6 (1879)
Issue
1 (1879)
Date
1879-01-01
Page
Seite 230 (sequence 233)
Language
German
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230 H offmann allenthalben als Priester gesucht, und auch andere Israeliten wurden als Höhenpriester angestellt; aber es läßt sich nicht nachweisen» daß im Hauptheiligthum zu Jerusalem ein Priester, der nicht Aharonide war, gesetzlich zugelafsen werden konnte. Als später unter Josia die Höhen abgeschafft wurden, konnten die Höhenpriester, selbst wenn sie Aharoniden waren, im jerusalemischen Tempel nicht fungiren. Es war dies als Strafe angeordnet worden. Nirgends ist aber angedeutet, daß sie ganz verstoßen wur den, so daß auch ihre Nachkommen keine Priester werden konnten. Noch weniger ist davon die Rede, daß diese Priester zu Tempeldienern degradirt wurden und daß so die Leviten im Gegensätze zu den Priestern entstanden. Von den Leviten, den niederen Priestern am Tempel, ist zwar in den BB. der Könige nicht die Rede. Aber wollte man daraus schließen, daß keine dort existirt haben, so würde man auf ein argumentum e silentio zu viel Gewicht legen. Aus demselben Grunde könnte man z. B. die Existenz der Tempelsänger in Abrede stellen, obgleich Ps. 137 dies entschieden verbietet und Aßaph sowohl als die Korachiden ohne Zweifel auch vor dem Exile Tempelpsalmen gesungen haben. Die auf uns gekommenen alten Geschichtsquellen berichten überhaupt nichts direct über den regelmäßigen Cultus; nur etwas Außerordentliches oder Widergesetzliches haben sie registrirt. Durch die bisherigen Bemerkungen sind wir in den Stand gesetzt, auch die anderen Angriffe gegen die von?0 gegebene Darstellung der Verhältnisse der Priester und Leviten zu beseitigen. Wellhausen stellt die Absonderung eines ganzen geistlichen Stammes zu Anfang der israelitischen Geschichte gänzlich in Abrede. Zur Zeit der beiden Reiche habe sich zuerst selbstständig und abgeschloffen ein Priesterstand consolidirt, mit dem es ein ähnliches Bewandtniß hatte, wie mit den Gilden der Prophetensöhne, der Rechabiten und der Nasiräer. Erst später sei die Erblichkeit des Priesterthums entstanden, zuerst in Jerusalem in der Familie Zadok, sodann überall im Lande. Der Stand verwandelte sich in ein Geschlecht. Diese Vorstellung sei erst seit dem Deut, (nach W. unter Josia) herrschend geworden. — Es läßt sich aber auch aus JE die Existenz eines Priesterstammes zur Zeit der Stiftung der Theokratie Nachweisen. Der Vater des Moses war (Exod.

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