Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 6 (1879)
- Issue
- 1 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- Seite 111 (sequence 114)
- Language
- German
- Belongs to
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Die neueste Hypothese über den Priestercodex. 111 das Herbstfest bezeichnete den Abschluß des Jahres und der Feste (Exod 23, 16 u. A.); im?0 dagegen ist das bürgerliche Neufahr auf den Frühling verlegt, nur das kirchliche Neujahr, der Jom Therua fällt auf den Neumond des Herbstes, wobei aber Laubhütten nachher zu stehen kommt. Mit dem Gebrauch der Frühlingsära soll die Bezeichnung der Monate durch Zahlen, statt durch althebräische Namen (Abib, Siiv, Bul, Ethanim) zusammenfallen. Das kirchliche Neujahr scheine auch zuerst am 10. Tischri gefeiert (Ez. 40, 1) und erst später auf den Isten des 7ten Monats verlegt worden zu ein (S. 111 ff.). — Hicgcgen nur einige Bemerkungen: Die Frühlingsära war schon in der ältesten Zeit gebräuchlich, wie 2. Sam. 11, 1; 1. Könige 20, 22; 26; Joel 2, 23 zu ersehen ist. (Näheres über den Anfang des Jahres s. Abhandl. I. S. 69 ff.). — Exod. 23, 16 will ,licht das Herbstfest vor Abschluß des Jahres fetzen, sondern der Ausdruck ״der Umlauf des Jahres" ebenso ״der Ausgang des Jahres" (Exod. 34,22) bezeichnet auch den Beginn des neuen Jahres, der an den Allsgang des alten grenzt (vgl. 2. Chron. 24, 23 mit 2. Sam. 11,1). Nach dem Sonnenjahre gerechnet, war übrigens der 1. Ethanim der Herbstjahresanfang. Nun konnte nach dem oben S. 104 f. Erörterten der erste Tag des Herbstfestes auf jeden Tag von 5 Tagen vor dem 1. Ethanim bis zum 25. Ethanim fallen. Die allgemeiile Bezeichnung ״beim Umlauf des Jahres" ist demnach gerechtfertigt. Nach W. dagegen müßte der 1. Bnl der Jahresanfang gewesen sein, da Suckot im Ethanim war (1. Kön. 8, 2); der Abib siele dann im 6. Monat nach Jahresanfang. Es ist aber gewiß angemesjener, das Jahr mit dem Aequinoctium (1. Ethanim) zu beginnen und das Peßachfest in den 7. Monat des Jahres zu setzen. — Daß in alter Zeit die Monate mit Namen und nicht mit Ordnungszahlen bezeichnet lvurden, ist ganz unbegründet. Die Nainen befinden sich blos beim salomonischen Tempelban (I.Kön. 6; 8). Im Pent. kommt nur beim Peßach der Name Abib vor. Es hat die Kritik alle übrigen genauen Daten des Pent. dem PO zugewiesen. Nun wird noch dazu bei keinem einzigen dieser Monatsnauien ein Tagesdatum gegeben, woraus zu schließen.