Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 6 (1879)
- Issue
- 1 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- Seite 110 (sequence 113)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2572068-2572075-2572076--0764-2572910- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
110 Hoffmann Festes bieten. Da ist nun Suckot das höchste Freudenfest, an dem 13 — 7 Farren täglich geopfert werden. Darauf folgen Peßach und Schabuot, an denen täglich in gleicher Weise 2 Farren als Festopfer dargebracht werden. (Die in Lev. 23, 18 f. enthaltenen Opfer sind keine Festopfer, sondern Begleitopfcr der Erstlingsbrote: על הלחם; vgl. Abhandl. I. S. 67 f.) Dagegen ist bei den Festopfern am Azeret, Neujahr und Versöhnungstag nur ein Stier jedes Mal vorgeschrieben. Da nun diese Feste keine Freuden- und Wallfahrtsfeste sind, so handelt das Deut, nicht von ihnen, ebenso wie es, sowie das Bundesgesetz in Exod., vom Neumondsfest gänzlich schweigt, wiewohl dessen Feier schon in der ältesten Zeit bezeugt ist. Ja sogar vom Sabbat ist im eigentlichen Deuteronomium (C. 12 — 26) keine Rede, weil nur die Freuden- und Wallfahrtsfeste (Chaggim), wo man nach dem anserwählten Orte zieht, um sich vor Gott zu freuen, hauptsächlich nur wegen der dabei einznschärfenden Einheit des Heiligthums vom Deut, erwähnt werden. — Nun begreifen wir auch leicht, warum Salomo 1. Kön. 8, 66 das zur Freude versammelte Volk am 8. Azeret-Tage, der nur zur stillen Ruhe bestimmt war, entließ.*) Aus dem Schweigen des Ez. ist gar nichts zu schließen, da er auch Schabuot nicht erwähnt. Zn merken ist noch, daß die Propheten, wenn sie von הגיס und מועדים sprcchen (Hosea 2, 11; Ez. 46, 11), sehr wahrscheinlich unter ersteren die 3 großen Wallfahrtsfeste, unter letzteren aber Azeret, Neujahr und Versöhnnngstag verstanden haben. Vgl. noch die Abhairdl.: »das Alter des Versöhnuugstages" in Magazin 1876 S. 1 ff., worin ich nur Manches jetzt für unrichtig erklären muß. 6) In der Königszeit siel der Jahreswechsel auf den Herbst, *) Die talmndische Tradition aber zieht Azeret mit in die Freude des Hüttenfestes, und dies hat die Stelle 2. Chron. 7,!> s. zur Aendernug veraulaßt, was Talmud Moed katau!)er mit 1. Kön. 8, 66 ausgleicheu will. — Indessen hat W. übersehen, daß im Texte der Peschito 2. Chron. 7, 10 lautete: 'ובחמשה עשר <ום יירח האתנים שיח וגו (vgl. Peschito zu 1. Kön. 12, 32 f. Was Michaelis in Castelli'S Lex. Syr. s. v. בפא bemerkt, ist undenkbar). Das Einweihungsfest begann demnach am 1. Ethanim, Suckot am 6., was nach dem oben S. 104 s. Bem. leicht erklärlich ist und mit dem B. der Kön. nhereinstimmt.