Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 6 (1879)
- Issue
- 1 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- Seite 104 (sequence 107)
- Language
- German
- Belongs to
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104 Hoffma 11 n Die Finning der Festtennine nach Monatstagen wird als ein ferneres Symptom für die nachexilische Abfassung des Priestercodex angesehen (S. 104 f.). Nach JE und Dt. dagegen sollen die Feste nicht an bestimmten Monatstagen, sondern nur Ostern im Aehrenmonat, Pfingsten nach der Weizenernte und Laubhütten nach dem Herbste gefeiert werden. — Doch ist cs unmöglich anzunehmen, daß die Feste nach JE und Dt. gar nicht genau fixirt seien, wonach der Eine heute und der Andere morgen das Peßach- Fest feiern könnte. Abgesehen von allem Andern spricht schon der Wortlaut der Schrift in Erod. und Deut, deutlich genug dagegen, wo bestimmt geboten wird, des Tages des Auszuges ausAegypten zu gedenken und ihn zu feiern: vgl.Exod. 13, 3, Deut. 16, 3; 6. Das Arbeitsverbot am 7ten Peßach-Tage Deut. 16, 8 (vgl. Erod. 13, 6) zeigt auch entschieden, daß dieser Tag für alle Israeliten ein und derselbe und fest bestimmt war, wie der Sabbat und der Neumondstag (Amos 8, 5). Der Grund, warum im PO die Feste nach Monatstagen, sonst aber nur nach Jahreszeiten bestimmt sind, dürfte vielleicht folgender sein. Es ist nicht zweifel- Haft, daß die Israeliten den Neumondstag in ältester Zeit gefeiert, also nach Mondmonaten gerechnet haben. Andererseits zeigt aber die Bestimmung der Feste nach Jahreszeiten, daß das Sonnenjahr in Israel eingeführt war, was ja bei einem Ackerbau treibenden Volke ganz natürlich erscheint. Auch der PO muß nach Sonnenjahren rechnen, da ja sonst nicht geboten werden könnte, am Peßach das Omer zu bringen und Sukkot im siebenten Monat und zugleich während der Lese zu feiern (Lev. 23,39). Es muß also zugegeben werden, daß lmgefähr alle drei Jahre durch Jntercalation eines Monats das Mondjahr mit dem Sonnenjahre ausgeglichen wurde. So hatte das Jahr bald 12 bald 13 Mondmonate. Im bürgerlichen Leben, besonders beim Ackerbau treibenden Volke, mag aber ein Svnnenjahr gebräuchlich gewesen sein, das ohne Rücksicht auf die Mondmonate ebenso wie bei uns in 12 Theile zu 30 und 31 Tagen eingetheilt war, wovon jeder ebenfalls den Namen ״Monat" führte. Diese ökvnomischen Monate, die stets in dieselbe Jahreszeit fielen, führten nach dieser besondere Namen ״Abib, Siw, Ethanim, Bul",