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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1879-01-01 · 1 (1879) · p. Seite 101

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
6 (1879)
Issue
1 (1879)
Date
1879-01-01
Page
Seite 101 (sequence 104)
Language
German
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Die neueste Hypothese über den Priestercodex. 1V1 der erste Nachtrag mit den Worten: בי תבואו אל הארץ. Hier erfahre!: wir, daß das Peßachfest auch als Erntefest zu feiern ist, was am Morgen nach dem Ruhetage, d. i. dem ersten Festtage, als am ersten Werktage des Festes (חול המועד) durch Beginn der Ernte und Opferung des ״erstell Schnittes" zlnn Ausdruck kommt (vgl. Abhandlungen I, S. 31—50). Der andere Nachtrag zeigt, wie man das Hüttenfest im heiligen Lande, ״wenn mail eiitsammelt den Ertrag des Landes," zu feiern habe (23, 39—43). Man soll mit dem Feststrauße sich sieben Tage vor Gott freuen und in Hütten wohnen, damit inan bei dem jetzigen Ueberflusie atlch daran denke, wie Gott ehemals in der Wüste Israel geleitet tmd versorgt hat (vgl. Hosea 12, 9—10?) rigkeit im Peilt, beseitigt werden kann, die selbst die kühnste Kritik nur durch wilde Zerstückelung des PC selbst in ״Kern, unzählige Novellen und Redactionszusätze״ zu lösen im Stande ist. Bei Betrachtung der Ueberschrift Anfangs Leviticus, sowie der Unterschriften Ende Leviticus und Ende Numeri, ersah, ren wir, daß drei Offenbarungsstätten der göttlichen Gesetze existireu: 1) der Berg Sinai, 2) die Stiftshütte oder die Wüste Sinai (Num. 1, 1), 3) die Ebenen Moabs. Die verschiedenen Gesetze waren zuerst auf verschiedenen Rollen verzeichnet (wie auch R. Jochanan im Gittin 60 a anzunehmen scheint); bei der Schlußredaction aber wurde das Zusammengehörige ans den verschiedenen Gesetzessammlungen nach gewissen Normen zusammengestellt, wobei der frühere Wortlaut auch da beibehalten wurde, wo er in dem neuen Zusammenhänge weniger verständlich erschien. So habe ich in meinen Abhandlungen I, S. 84 ff. nachgewiesen, daß die Opfergesetze in Lev. 1—7 aus einem Stiftshüttengesetze 6. 1—5 und einem ursprünglich mit Exod. 29 im Zusammenhänge geweseuen sinaitischen Gesetze c. 6 — 7 bestehen. Ebenso ist sehr wahrscheinlich Lev. 18 ein Sinai-Gesetz und das verwandte (Lap. Lev. 20 ein Stiftshütten-. gesetzt vgl. Lev. 16, 21 mit 20, 3. In derselben Weise müssen die Nachträge in Lev. 23 erklärt werden, wodurch man am besten den räthselbasten Ausdruck ממחרת השבת (B. 11) begreift, über dessen Sinn nach dem in meinen Abhandl. I. Erörterten kein Zweifel sein kann. *) Welche Bedeutung das Hüttenfest in der Wüste gehabt haben soll, ist aus dem Hauptgesetze nicht zu entnehmen. Man muß hier mit Iosephus (aut. III, 10, 4) annehmen, es sei am 15ten des 7ten Mon. den Israeliten in der Wüste der Befehl ertheilt worden, Hütten aufznschlagen und sich aus die Winterkälte vorzusehen. Das in dieser Zeit gefeierte Fest mag aus diesem Grunde חג חסבת genannt worden sein (vgl. Ies. 4, 6). Der Bericht hierüber, aus den Lev. 23, 43 anspielt, ist uns nicht ausbewahrt worden.

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