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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1879-01-01 · 1 (1879) · p. Seite 97

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
6 (1879)
Issue
1 (1879)
Date
1879-01-01
Page
Seite 97 (sequence 100)
Language
German
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Die neueste Hypothese über den Priestercodex. 97 Ganzopfer vorherrschend, da hier von einem Opfermahle nicht die Rede sein konnte; dagegen waren bei Privatopfern entweder beide Arten in gleicher Weise oder gar die Schelamim vorzugsweise vertreteit. Dies lehrt der Priestercodex ebenso gut, wie die anderen Quellen. Die Fürsten opfern zumeist Schelamim (Num. 7). An den Festtagen bringt man in gleicher Weise Ganzopfer wie Schlachtopfer (Lev. 23, 37; Nrnn. 15, 3; 29, 39). Die Söhne Ruben's und Gad's sprechen auch zu wiederholten Malen von Ganz- und Schlachtopfern, die sie nur am Hauptheiligthum darbringen wollen (Josua 22, 23; 26; 27; 28; 29). Es muß allerdings zugegeben werden, daß bei den Bamoth die Schlachtopfer häufiger vorkamen; beim Hauptheiligthum dagegen konnte dies nur an den Festen der Fall sein, wo das Volk dahin wallfahrtete (Jes. 1, 11 f.) Eine Differenz in dieser Hinsicht zwischen dem?6 und den übrigen alten Quellen ist nur gesucht, aber nicht zu finden. e) Die Sünd - imb Schuldopfer kommen bis Ezechiel nirgeuds vor und scheinen nicht lange Zeit vor ihm, wohl im 7tcn Jahrhundert, an die Stelle der früheren Geldbußen (2. Kön. 12, 17) getreten zu sein (Gesch. Jsr. I, S. 75—77). — Ueber die Erklärung der Stelle 2. Kön. 12, 17 wollen wir mit dem Verf. nicht rechten, wiewohl sich Jeder fragen muß, mit welchem Rechte denn alle Geldbußen als Eigenthum der Priester erklärt tverden könnten; nach dem Pent. (Num. 5, 8) wird nur in dem Falle, daß ein Mann ohne Erben gestorben, die ihm gebührende Geldbuße dem Priester zuerkannt. (Dies steht im Priestercodex, es hätte also der PC das Einkommen der Priester geschmälert!) Daran tvill ich indessen erinnern, daß das Sündopfer auch in Ps. 40, 7 vorkommt, einem Psalm, der nach der Ueberschrift von David, nach Hitzig von Jeremia und nach Ewald um 621 nach •׳ Auffindung des Gesetzbuches unter Josia verfaßt wurde. Wenn die Sündopfer erst im 7ten Jahrhundert eingeführt worden, könnte ivvhl ein Dichter in jener Zeit nicht davon als von etwas allgemein Bekanntem spreche». Man findet außerdem in Esra (8, 35), daß das Sündopfer auch ״Olah" genannt wird. Daß auch das Olah zur Sühne diente, betveist nicht nur Job 1, 5; 42, 8, wie Ps. 40, 7, sondern wird auch im PC (Lev. 1, 4) 7

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