Mannheim
Compact Memory

Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1879-01-01 · 1 (1879) · p. Seite 98

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
6 (1879)
Issue
1 (1879)
Date
1879-01-01
Page
Seite 98 (sequence 101)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2572068-2572075-2572076--0752-2572898
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Hoffmann ausdrücklich gelehrt. Demnach war wohl עלה ein allgemeiner Name für alle hochheiligen Thieropfer, wovon חטאת nur eine fpecielle Art bildete, die besonders schwere Vergehen sühnte. Aus vielen Stellen ist zu ersehen, daß die Sündopfer besonders den Zweck hatten, das durch die Sünden Israels entweihte Heiligthnm zu entsündigen (vgl. Lev. 15, 31; 16, 16). Dieses Opfer ist demnach nur am Haupt Heiligthum, nicht aber auf den Bamoth dargebracht tvorden, was auch die jüdische Tradition in Sebachim 117 a ausdrücklich lehrt. Kann man nun aus den wenigen Stellen der Bibel, die über den Gottesdienst am Hauptheiligthum sprechen, irgend einen Schluß ziehen, wenn die speciellen Opferarten nicht aufgezählt sind? Ein schwächeres argumentum e silentio kann es wahrlich nicht geben! Einmal werden alle blutigen Opfer als עלה und זבה (= hochheilige und gewöhnliche Opfer) aufgeführt (2. Kön. 16, 15); ein anderes Mal werden sämmtliche Opferarten in זבח und מנחה (— blutige und vcgetabilische Opfer) zusanunengefaßt. Dabei muß man bedenken, daß das Sündopfer zumeist nur vereinzelt neben vielen anderen Opfern dargebracht wurde (vgl. Num. 28 —29), und es konnte um so leichter bei allgemeinen Aufzählungen übergangen werden. Dasselbe gilt auch vom Schuldopfer. Es scheint auch der Prophet Jeremia (17, 1) auf den Sündopferritus anzuspielen, wenn er sagt: ״Die Sünde Juda's ist eingegraben auf den Hörnern eurer Altäre." Denn nur das Sündopferblut wurde an die Hörner des Altars gesprengt (Lev. 4, 7; 25; 30). Eben darauf scheint auch die nach den Kritikern noch viel ältere Stelle in Sacharin 9, 15 hinzuweisen. ״In der alteil Zeit erzeugte sich der Gottesdienst aus dem Leben und war aus's Engste damit verwachsen" (Gesch. Jsr. I, S. 78); im Priestercoder erhält er ״einen abstract gottesdienstlichen Charakter, er scheidet sich vom Leben" (das. S. 83). — Dieses Urtheil hat der Vers, dadurch gewonnen, daß er auf der einen Seite die Geschichte des Ciiltlls der alten Zeit aus den wenigen Daten ver Geschichtsquellen sich construirte, welche eben über den Zusammenhang des Lebens mit dein Gottesdienste berichten, während auf der andern Seite die vielen weitverzweigten

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.