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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1879-01-01 · 1 (1879) · p. Seite 92

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
6 (1879)
Issue
1 (1879)
Date
1879-01-01
Page
Seite 92 (sequence 95)
Language
German
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92 Hosfm ann und die Mincha des Abends" bezeichnet, also Anfang und Schluß des täglichen Gottesdienstes; (vgl. noch Magazin 1877 S. 14). Das ist Alles, was außerhalb des Pentateuchs über den Opfer-Gottesdienst am Hauptheiligthum berichtet wird. Daß sich daraus nicht eine Geschichte des Opfers, wie sie W. S. 53—64 gibt, construiren läßt, ist selbstverständlich. Alles in diesein Capitel gegen den?6 Beigebrachte berührt ihn kaum, denn den Bamoth-Gottesdienst hat wahrlich der Priestercodex nicht beschreiben wollen! Doch will ich mich nicht auf eine solche allgemeine Beurtheilung beschränken, vielmehr die Haupt-Einwände einzeln betrachten. Die ganz grundlosen subjectiven Be- Hauptungen müssen natürlich mit Stillschweigen übergangen werden. a) Nach JE ist der Gottesdienst bereits von den Patriarchen überkommen; nach?0 dagegen werden die Opfergesetze erst dem Moses auf dem Sinai offenbart, während vorher kein Opfercultus existirt haben soll (Gesch. Jsr. I, S. 53—57). Aber in JE befinden sich überhaupt uur sehr wenige Gesetze (Exod. 20—23) und davon wird nur ein kleiner Theil nach Errichtung des Ohel- Motzd (33, 7) wiederholt (34, 11—26). In diesen wenigen Gesetzen haben auch die Opfervorschriften ihren verhältnißmäßigen Platz eingenommen (34, 25 f.) Daß aus dem Stillschweigen des Q über den Cultus der Patriarchen nichts zu schließen, ist bereits oben S. 18 f. bemerkt worden. Indessen ist aus dem PC selbst ersichtlich, daß er nicht die Opfer erst mit der mosaischen Gesetzgebung beginnen läßt, sondern bereits in früherer Zeit voraussetzt. In den Opfergesetzen Lev. 1 — 5 wird nämlich beim Sünd- und Schuldopfer zuerst die Veranlassung des Opfers angegeben: Wenn Jemand eine gewisse Sünde begeht, ״so soll er dies oder jenes Opfer bringen.*) Dagegen wird bei den Brand-, *) Nebenbei sehen wir da, wie selbst dieser sogen. Pr Lest erlichen Gesetzgebung keineswegs die Priestergesehe als die wichtigsten gelten. Denn wer gegen seinen Nebenmenschen lügt, der hat eme Untreue gegen Gott begangen (Lev. 5, 21) und hat ebenso ein Schuldopfer zu bringen, wie wer sich an göttliche Heiligthiimer vergreift (5, 15). Das wichtigere Sündopfer bringt

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