Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 6 (1879)
- Issue
- 1 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- Seite 91 (sequence 94)
- Language
- German
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Hofsmann, Die neueste Hypothese üb. d. Priestercodex. 91 maßungsvolles und ungesetzliches dar (1. Sam. 2, 13—14; 20). Es wird aber dort als gesetzliche Norm vorausgesetzt: 1) daß das Fett auf dem Altar angezündet wird, und 2) daß erst dann der Priester befugt ist, sein Theil zu nehmen (VV. 15 —16). Dies steht vollkommen mit dem?0 in Einklang. Weiter erfahren wir, daß im Hauptheiligthum (der großen Bamah, s. oben S. 15) zu Nob jede Woche die heiligen Schaubrote gewechselt wurden (1. Sam. 21, 7), daß diese von einem Unreinen nicht gegessen werden durften (V. 5), übereinstimmend mit Lev. 22, 3 und 24, 5 ff. Von der großen Vamah zu Gibeon erfahreir wir nur, daß Salomo einmal 1000 Ganzopfer dargebracht (1. Kön. 3, 4), was hinlänglich von der Blüthe des Opfercultus in damaliger Zeit Zeugniß ablegt, wobei es an einem bestimmten Opferritual nicht gemangelt haben kann. Auch bei der Einweihung des Tempels wurden unzählige Opfer dargebracht (1. Kön. 8, 5; 63). Ans 2. Kon. 12, 5 ersehen wir, daß die in Lev. 27, 2 ff. erwähnten Gelübde zur Zeit des Königs Joas üblich waren. Ob das כסף עובר in elfterer Stelle mit dem Targum und den alten Auslegern auf die jährlichen Schekalim zu beziehen sei, könnte wegen LXX und Syr. bezweifelt, aber nicht entschieden in Abrede gestellt werden. Daß der im?6 vorgeschriebene tägliche Gottesdienst im jerusalemischen Tempel geübt wurde, bezeugt 2. Kön. 16, 15. Wellhausen (Gesch. Jsr.I, S. 81 Anm.) will aus dieser Stelle beweisen, daß man in der vorexilischen Zeit täglich nur des Morgens eine Olah und Abends eine Mincha dargebracht. Allein dann müßte man auch zur Zeit des Esra und des Verfassers des Buches Daniel Abends blos eine Mincha dargebracht haben, denn in Esra 9, 4; 5 und Dan. 9, 21 ist auch nur von מנחת ערב die Rede. Ueberdies beweist 2. Kön. 3, 20 vgl. mit 1. Kön. 18, 29; 36, daß man Morgens neben der Olah auch eine Mincha dargebracht. Daraus läßt sich mit gutem Rechte schließen, man habe Abends neben der Mincha auch eine Olah geopfert. Da nun nach dem?6 zu der täglichen Olah, wie zu jeder Olah, auch eine Mincha gehörte, so begann der Morgenwie der Abend-Gottesdienst mit Olah und ward mit Mincha beschlossen; der Ausdruck ״die Olah des Morgens