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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1879-01-01 · 1 (1879) · p. Seite 50

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
6 (1879)
Issue
1 (1879)
Date
1879-01-01
Page
Seite 50 (sequence 53)
Language
German
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50 Wiener geachtet der Licentiat Gulich in Göttingen die Juden in einem Buche so geschildert und sie dadurch bei den Christen ohne Zweifel so verhaßt gemacht habe, daß sie um ihre Sicherheit besorgt sein müßten. Gulich lege nämlich der gesummten Judenheit, folglich auch den Schutzjuden im Lande, zur Last, daß sie die ärgsten Feinde der Christen seien, letztere für Diebe und Mörder halten uud sich auch kein Gewissen daraus machen, einen Christen zu tödten; des Schmähens und Fluchens auf die Christen sei bei den Juden kein Ende, sie heißen die Christen Hurenlinder und Hunde, wünschen, daß die Pestilenz über sie käme, freuen sich über der Christen Tod, nennen die alten Christenfrauen Zauberinnen, welche man nicht leben lassen sollte; die Juden seien zu allerlei Aufruhr geneigt und voll Neides gegen die Obrigkeit und schütten, wenn sie ein wenig Macht bekommen, ihr blutdürstiges Gemüth gegen die Christen aus, gehen mit denselben ärger um als mit wilden Thieren und möchten die ganze Christenheit ausrotten und verderben. Von solchen abscheulichen Beschuldigungen wimmele das Buch auf allen Blättern, die herbsten Jnvectiven mit den grausamsten Belegen von Thatsachen, die, falls sie vorgekommen sein sollten, von den Juden selbst verabscheut werden, seien darin auf das Höchste aufgebauscht, und was ein arger Bösewicht hier und da Schlechtes begangen, werde der gesummten Judenschaft ohne Unterschied, mithin auch ihnen zur Last gelegt. Damit der Verfasser aber solche abscheuliche Anklagen dem ganzen Lande kund thue, hat er das Buch durch den Druck verbreitet und dasselbe, den Rechten zuwider, ebenso wenig vorher zur Prüfung und Censur übergeben, als er seinen Namen und den Druckort darauf gesetzt, ja damit es den Ungelehrten und der noch unwissenden Jugend öffentlich eingepflanzt werde, hat er das Brich in deutscher Sprache geschrieben und an allen Orten, auch in des Herzogs Landen, unter die Christen verbreiten lasse». Da nun in Betreff dieser den Juden inrputirten grausamen Gesinnung gegen die Christen kein Mensch von gesunder Vernunft anders urtheilen kanir, als daß die Jrrden durch solche Beschuldigungen auf's äußerste beleidigt und in Betreff der ihnen vom Herzog verliehenen Sicher-

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