Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 6 (1879)
- Issue
- 1 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- Seite 22 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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22 Salfeld ebMaghrebi), der in Cent«, geleitet von seinem Vater, den damals blühenden Wissenschaften oblag, trieb neben Mathematik und Medicin auch Philosophie und suchte letztere mit den Fundamenten des Judenthums, mit Bibel und Talmud auszugleichen. Dieses Streben führte ihn wohl dem Maimonides zu, dessen Freundschaft er sich in hohem Maße erwarb. Der große Lehrer, der seinen Schüler näher kennen lernte und dessen durch Philosophiren erzeugte Unsicherheit im Glauben erkannte, derfasste für ihn und seines Gleichen den More Ha-Nebuchim. Der Umgang mit Maimonides war es vielleicht, der Joseph veranlasste, biblische Bücher philosophisch zu erklären?) Daß ihm solche Erklärungen nach damaligem Geschmack meisterhaft gelungen, zeigt die uns unter dem symbolischen Titel ״Entdeckung der Geheiinnisse und Offenbarung der Lichter" aufbewahrte Erklärung des HL., die vor dem Jahre 1180 in arabischer Sprache verfasst wurde?) Es ist ihr von späteren Autoren großes Lob gezollt worden?) Ausgehend von der talmudischen Ansicht, daß Canticum das Laorosanotum der Bibel und deshalb der Conftscation, wie das dem Salomo zugeschriebene Buch der Medicin, entgangen sei, dehnt er seine Vorrede breit aus über Philosophie (Sphären, Jntellectuation) und kommt auch auf die rabbinische Meinung, als sei das Thema des HL. ״das Verhältniß Israels zur Gottheit" gewesen. — Das HL., so fährt er, nachdem er über den Grundsatz onr« דברה תורה בלשון 12׳ Einiges bemerkt hat, sei worden. Ueber die Autorfrage siehe desselben Notiz: Joses b. Aknin, Hebr. Bibl. XIII, S. 38 u. VII; XIV. 16, 88; עקנין bei Schiller - Szinessy, Catal. I, 154, 190. 1) Neben HL. verfasste er auch Commentare zu Mischte und, wie es scheint, zu Samuel (Neubauer, ״Joseph beu Aqnin״ in Frankel-Grätz Monatsschr. 1670, 445, Note 1). 2) Die Handschrift (s. H.B. 1X8. v.), 130 Blatt umfassend (Uri 131 Q.) ״ist in dünner spanischer, an den verschlungenen maurischen Charakter streifenden . . . hebr. Schrift geschrieben״, leider unvollständig und lückenhaft. 3) Uri 1. o.: magno ingenii et doctrinaeapparatu. Zaeut (Iuchasin) und Aboab (Nomologia) rühmen ihn (nach de Rossi, Wrtb. 84) als bewunderns- Werth. Auch Sahula (s. d.) und Chajun erwähnen ihn (Mscr. H.>L.Eomment.)